Belgien zur Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge bereit

Belgien will sich jetzt aktiv am europäischen Plan zur Verteilung der Flüchtlinge beteiligen. Nach dem Plan sollen 160.000 Flüchtlinge, die in Südeuropa angekommen sind, umverteilt werden. Belgien hatte eine Aufnahme von 3.788 Menschen (der 160.000) zugesagt. Doch bislang sind erst etwa 20 hierzulande aufgenommen worden.

Derzeit würden nur wenige Asylbewerber beim Ausländeramt vorstellig. Der belgische Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken (Foto), ist deshalb der Meinung, dass man flexibler Flüchtlinge, die derzeit in Griechenland festsäßen, aufnehmen könne.

Der Staatssekretär betonte, dass sich Belgien am Plan zur Verteilung von Flüchtlingen in Europa beteiligen wolle. Er hält aktuell ein monatliches Kontingent von rund hundert Personen, die man in Belgien aufnehmen wolle, für durchführbar. 

Europa plant, monatlich 6.000 Flüchtlinge, die derzeit in Griechenland festsitzen, auf andere EU-Mitgliedstaaten zu verteilen.

Im VRT-Radio betonte Francken an diesem Freitag: "Bevor wir mit dem Plan zur Verteilung begonnen haben, hatte ich immer als Bedingung einen starken Rückgang von Asylanträgen in Belgien, in Brüssel, genannt. Das ist nun der Fall und damit das klar ist: Es handelt sich hier um Syrer. Es handelt sich um keine große Anzahl, keine Zahlen, wie wir sie hier gewohnt sind. Wir werden jetzt nicht, nur weil plötzlich die Zahl (der Asylbewerber, die direkt nach Belgien kommen) um ein Drittel zurückgeht, wieder ein Drittel einfliegen."

Der Staatssekretär beruhigte potenzielle Kritiker am "neuen Kurs der Regierung in der Asylpolitik" auch damit, dass der Zustrom insgesamt noch stets niedriger ausfalle. Er habe mehrere Mails diesbezüglich von besorgten Personen bekommen. Jetzt, da es endlich etwas weniger Flüchtlinge seien, werde man diese doch nicht allesamt extra einfliegen, habe es in den Mails geheißen.

Das, so der Staatssekretär, sei natürlich nicht das Ziel, doch eine zusätzliche Aufnahme von 60, 100 oder etwas mehr Flüchtlingen sei ihm zufolge derzeit sehr gut durchführbar.