Francken befürchtet mit visafreier Einreise von Türken neue Migrationswelle

Der Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken (Foto), hat Bedenken beim Abkommen, das derzeit zwischen der Europäischen Union und der Türkei erarbeitet wird. Der Belgier befürchtet eine starke Zuwanderung von Türken in Europa, falls türkische Staatsbürger künftig ohne Visum nach Europa reisen dürfen.

Die Türkei hat der EU versprochen, den Flüchtlingsstrom einzudämmen, im Gegenzug fordert sie u.a. eine visafreie Einreise für Türken in die Europäische Union. Das könnte zu einem unkontrollierten Zustrom vor allem türkischer Kurden führen, befürchtet Francken.

"Ich denke vor allem an die Kurden und die Bombardements in der kurdischen Region in der Türkei. Die Friedensgespräche liegen völlig still. Deshalb ist es natürlich nicht undenkbar, dass jede Menge Kurden flüchten werden und visafrei nach Europa fliegen, um hier Asyl zu beantragen. Sie haben dann ja auch eine echte Chance, Asyl zu bekommen, weil das türkische Regime hart gegen sie vorgeht", sagte Francken in der VRT am Samstag.

"Wir müssen das bedenken. Meine Bitte ist deshalb: Wenn den Türken Visafreiheit gewährt wird, soll das nur möglich sein, wenn sie alle Bedingunen erfüllen."

Nächste Woche sitzt Europa in der Flüchtlingsfrage erneut am Verhandlungstisch mit der Türkei.