Teure Hautkrebs-Arznei wird erstattet

Das Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung (LIKIV/Riziv) erstattet ab Mai das Medikament Pembrolizumab (Handelsname: Keytruda®) für Hautkrebspatienten. Das hat das Kabinett von Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) (kleines Foto) bestätigt. Der tatsächliche Preis des Medikaments wird nicht bekannt gegeben, weil der Preis, den das LIKIV bezahlt, das Ergebnis von Verhandlungen mit den Pharmakonzernen ist. Onkologen schätzen den Preis auf mehr als 100.000 Euro.

Pembrolizumab ist ein PD-1-Antikörper und gehört zu einer neuen Kategorie von Immuntherapien. Der neue Therapieansatz eröffnet neue Perspektiven bei der Krebsbehandlung.

Mit der Therapie werden Tumore über das eigene Immunsystem des Patienten angegriffen.

Ende Februar war bereits bekannt geworden, dass ein anderes Arzneimittel, Nivolumab, ab April für die Behandlung von Patienten mit einem fortgeschrittenen Melanom erstattet wird. Die Zeitung De Standaard schrieb damals, dass die Behandlung eines Patienten jährlich 130.000 Euro kostet. Wie bei Pembrolizumab sei das der Preis, den die Hersteller verlangen würden - also der Preis vor etwaigen Verhandlungen.

De Block hat für den Zeitraum 2015-2018 einen Pakt mit der Pharmaindustrie geschlossen, in dem 350 Millionen Euro für neue, teure Arzneimittel vorgesehen werden.

Für die kommenden Monate und Jahre wird erwartet, dass noch mehr an teurer Arznei auf den Markt kommen wird.