Bauernprotest in Brüssel: nicht immer "nett"

Im Brüsseler Europa-Viertel fordern die Landwirte von den europäischen Behörden eine kohärentere Agrarpolitik. Die Bauernkundgebung findet anlässlich des europäischen Landwirtschaftsgipfels statt.

Hunderte Landwirte sind am Montagmorgen nicht auf die Äcker gefahren, sondern Richtung Brüssel, wo sie, anlässlich des europäischen Landwirtschaftsrats, auf eine nette Weise protestieren wollen. Die europäischen Landwirte fordern ein vernünftiges Einkommen und eine kohärente Agragpolitik. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatten sie im EU-Viertel einen Bauernhof nachgebaut.

Es gab aber nicht nur "nette" Aktionen, sondern auch Milchduschen und faule Eier am Hauptsitz der Partei des belgischen Premierministers Charles Michel (MR) in der schicken avenue de la Toison d'or.

 

Im September 2015 hatten die Bauern bereits eine große Demo in der europäischen Hauptstadt organisiert. Heute steht die Krise in der Landwirtschaft erstmals als wichtiger Punkt auf der Tagesordnung der europäischen Landwirtschaftsminister.

„Wir hatten bislang immer den Eindruck, als würden die Minister unsere Probleme nicht ernst nehmen. Dabei wirkt sich der Boykott unserer Erzeugnisse durch Russsland negativ auf die Preise aus, in allen Sektoren und insbesondere auf die Schweine- und Kälberzucht“, klagt der Bauernverband Algemeen Boerensyndicaat.

Auch die flämische Landwirtschaftsministerin Joke Schauvliege (CD&V) ist bei den Diskussionen zugegen: „Europa hat bereits reagiert, aber nur kurzfristig.

Jetzt drängen sich strukturelle Lösungen auf. Die Krise dauert viel zu lange. Die Erzeugerverbände müssen das Angebot einschränken und als Gegenleistung von Europa unterstützt werden. Der Bundeslandwirtschaftsminister Willy Borsus (MR) will auf Kostenebene agieren und insbesondere die Energiekosten der Landwirte senken.