Polizei stürmt Wohnung und schießt

In der Wohnung im Brüsseler Stadtteil Vorst (Forest), aus der vor einer geplanten Haussuchung auf Polizeibeamte geschossen worden war, hatte sich noch mindestens ein Verdächtiger verschanzt. Gegen 18.15 Uhr stürmte die Polizei die Wohnung. Es waren Detonationen zu hören. Kurz darauf bestätigte ein Polizeisprecher, ein Verdächtiger sei getötet worden.

Die Verdächtigen hätten Kalaschnikows abgefeuert, hieß es weiter. Aus der gestürmten Wohnung war Rauch zu sehen. Feuerwehrwagen wurden in der Nähe aufgestellt. Unklar ist, ob sich noch weitere Personen in der Wohnung aufhielten. Bei der Durchsuchung wurde jedenfalls nur eine Leiche gefunden. Zwei weitere Verdächtige konnten anscheinend entkommen und werden mit allen Mitteln gesucht. Verschiedene Hubschrauber sind im Einsatz.

Die Identität des Getöteten wurde noch nicht freigegeben. Eric Van Der Sypt, Sprecher der Bundesstaatsanwaltschaft, bestätigte aber, es handele sich nicht um Salah Abdeslam. Der ist seit den Pariser Anschlägen, an denen er direkt beteiligt war, der meistgesuchte Mann Belgiens.

Es ist auch nicht bekannt, weshalb die Haussuchung in der Driesstraat (Rue du Dries) stattfinden sollte. Wohl wurde bestätigt, dass auch französische Polizisten an der Aktion beteiligt waren. Ein Bezug zu den Pariser Anschlägen im vergangen November gilt als wahrscheinlich.

Die Täter schossen, als die Polizei eintraf, sofort mit automatischen Waffen durch die Eingangstür. Insgesamt wurden am Dienstagnachmittag vier Polizisten bei den verschiedenen Schusswechseln leicht verletzt.

Belgiens Regierungschef Michel schließt nicht aus, dass der Nationale Sicherheitsrat am Abend einberufen wird. Das sagte er der Nachrichtenagentur Belga. Das Krisenzentrum des Innenministeriums verfolgt die Situation im Minutentakt. Es wurden aber noch keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen beschlossen. Zur Stunde ist die Anti-Terror-Aktion noch nicht abgeschlossen. Vermutlich wird sie auch noch während der kommenden Stunden weiterlaufen.