Löwener Uni digitalisiert jahrhundertealte Schriften

Die Katholische Universität Löwen (KULeuven) digitalisiert in Zusammenarbeit mit der UCL in Louvain-la-Neuve (Wallonisch Brabant) und der Königlichen Bibliothek Belgiens hunderte studentische Niederschriften aus der Zeit zwischen 1425 und 1797. Die drei oben genannten Einrichtungen trafen dazu eine gemeinsame Übereinkunft.

Das Projekt firmiert unter dem Titel „Magister Dixit“ und ermöglicht die digitale Veröffentlichung von derzeit etwa 325 Manuskripten, die insgesamt rund 129.000 Seiten umfassen. Diese Archive aus der Zeit von 1425 bis 1797 stammen aus der Königlichen Belgischen Nationalbibliothek, der KULeuven und der UCL.

In einer zweiten Phase, die jetzt vereinbart wurde, kommen noch einmal 189 wertvolle Manuskripte hinzu. Bei diesen Manuskripten handelt es sich im Mitschriften, die die damaligen Studenten während ihrer Unterrichte verfasst hatten. Das Projekt bietet damit einen einmaligen Einblick in die damaligen Unterrichtspraktiken. Das beinhaltet auch Informationen über die damaligen Tendenzen und Gefühle in den intellektuellen Kreisen in den Niederen Landen im späten Mittelalter und den Jahrhunderten danach.

Sie geben wieder, wie sich die Löwener Universität zu dieser Zeit immer wieder neu entdeckte und welche Einsichten die wissenschaftlichen Debatten über die Jahrhunderte hinweg in dieser schon damals weltweit Ruhm genießenden katholischen Bildungseinrichtung schufen. Die heutigen Wissenschaftler haben mit der Digitalisierung dieser Archive einen Online-Zugang zu einer äußerst wichtigen Periode in der Geschichte der Wissenschaft.

Das betrifft nicht nur die Kunstsparten „artes liberales“ (freie Künste) dieser Universität, in der Figuren, wie Aristoteles oder Descartes eine wichtige Rolle spielten, sondern auch die Wissenschaft. So wird Physik-Fakultäten durch das Konsultieren dieser studentischer Niederschriften und Notizen möglich, Experimente aus längst vergangener Zeit nachzuvollziehen…