4 Antwerpener Polizisten sollen sich auf Kosten von Flüchtlingen bereichert haben

Die Justiz ermittelt gegen vier Antwerpener Polizisten. Sie werden verdächtigt, illegal in Belgien lebende Bürger und Flüchtlinge erpresst und bestohlen zu haben. Das melden verschiedene Quellen.

Der Antwerpener Bürgermeister, Bart De Wever und der Korpschef der Polizei sprachen von "ernsten Vorwürfen". Die Taten seien in Uniform begangen worden und während des Dienstes.

Die vier Polizisten sollen Bürger, die illegal in Belgien leben und Personen mit krimineller Vergangenheit, erpresst und bestohlen haben, weil sie offenbar davon ausgingen, dass diese ohnehin nicht Anzeige erstatten würden.

Vor kurzem habe es noch Bewscherden über das harrsche Auftreten der Antwerpener Polizei gegeben, doch laut dem Genter Kriminologen, Brice De Ruyver, handele es sich hier um einen ganz anderen Fall: "Hier geht es um Verbrechen. Das ist von einer anderen Größenordnung als Probleme bei Einsätzen, bei denen man vielleicht ein bisschen zu hart vorgegangen ist."

"Was mich optimistisch stimmt, ist jedoch die Tatsache, dass die interne Kontrolle bereits seit einigen Monaten dabei war, gegen die vier Personen zu ermitteln und dass sich die Staatsanwaltschaft und der Untersuchungsrichter dafür entschieden haben, die interne Aufsicht weiter ermitteln zu lassen. Das ist für mich der Beweis dafür, dass man großes Vertrauen in die eigene Kontrolle der Antwerpener Polizei hat."

Auch Innenminister Jan Jambon hält es für falsch, nach dem Vorfall nun alle Polizisten über einen Kamm zu scheren, weil die Mehrzahl der Beamte hart arbeitete.

"Ich neige dazu, alle Polizisten erst einmal zu loben und ihnen für ihren Einsatz zu danken, zum Beispiel für ihre Leistung vor einigen Tagen in Vorst. Wir sollten uns auf solche Dinge konzentrieren. Wenn es Polizisten gibt, die etwas falsch machen, wird das untersucht und die nötigen Sanktionen folgen. Doch die große Mehrheit setzt sich jeden Tag mit ihrem Leben für unsere Sicherheit ein", so der Innenminister.