Amtsmissbrauch: Fünfter Polizist unter Verdacht

In Zusammenhang mit den Straftaten, die sich einige Antwerpener Polizisten zuschulden kommen ließen, ist eine fünfte Person ins Visier der Ermittlungen geraten. Auch dieser Polizist soll dabei gewesen sein, als Beamte in Uniform gewalttätige Diebstähle und Erpressung von illegal in Antwerpen lebenden Personen begangen.

Bisher haben die Ermittler diesen fünften verdächtigen Polizisten weder verhören, noch verhaften können, denn er befindet sich zur Zeit in den USA. Inzwischen bleiben drei der vier in dieser Woche verhafteten Polizisten in Untersuchungshaft. Einer der Verdächtigen wurde unter strengen Auflagen wieder freigelassen. Alle Betroffene in diesem Skandal wurden inzwischen vom Dienst suspendiert.

Die angeklagten Polizisten sollen in erster Linie Personen, die sich in prekärer Lage befanden, z.B. illegal im Land verbleibende Einwanderer, mit Gewalt bestohlen, erniedrigt und erpresst haben. Offenbar schlugen die Polizisten willkürlich, in Uniform und während ihrer Dienstzeit zu.

Der Vorsitzende der flämischen Grünen-Fraktion im Antwerpener Rathaus, Wouter Van Besien (Groen), stellte unterdessen die Frage, warum dieser schwerwiegende Fall von Amtsmissbrauch von den internen Polizeidiensten untersucht wird und nicht von der Antwerpener Staatsanwaltschaft oder vom Komitee P, dem staatlichen belgischen Kontrollorgan für die Polizei- und Ermittlungsdienste.