War der getötete Algerier ein IS-Terrorist?

Mohamed Belkaid, der Algerier, der am vergangenen Dienstag im Brüsseler Stadtteil Vorst bei einer Schießerei mit der Polizei erschossen wurde, war möglicherweise ein IS-Terrorist. In der nach außen gelangten Mitgliederliste des IS kommt ein Mohamed Belkaid aus Algerien vor. Doch ob es sich wirklich der Getötete aus Brüssel ist, muss sich noch herausstellen.

In den etwa 1.700 Akten des IS, die seit der vergangenen Woche in den internationalen Medien zirkulieren, ist ein Algerier mit dem Namen Mohamed Belkaid aufgeführt. Dieser soll sich laut der vorliegenden IS-Akte freiwillig als Selbstmordterrorist gemeldet haben.

Der Mann, der der belgischen Polizei bisher nur durch einen Taschendiebstahl in einem Brüsseler Bahnhof bekannt war - damals wurde er aufgefordert, unser Land zu verlassen, soll in einem früheren Leben in seiner Heimat Konditor gewesen sein. Zwischen den Erkenntnissen der belgischen Ermittler und der IS-Akte bestehen aber Unterschiede, z.B. bezüglich seines Geburtsdatums (9. Juni oder 9. Juli 1990?).

Laut Akte soll Mohamed Belkaid seit dem 19. April 2014 für den IS in Syrien gekämpft haben. Danach soll er nach Europa zurückgekommen sein. Bevor er in Belgien untertauchen konnte, ist er offenbar in Schweden gewesen. Doch all dies bleibt Spekulation. Die belgische Justiz will dazu derzeit keinen Kommentar abgeben.

Neue Details bekannt

Inzwischen wurde deutlich, dass der getötete Algerier in Belgien (und darüber hinaus) unter einem falschen Namen agierte. Als Samir Bouzid wurde Mohamed Belkaid im September 2015 von Salah Abdeslam und Soufiane Kayal - einem weiteren Verdächtigen in Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris - in der ungarischen Hauptstadt Budapest abgeholt. Dorthin sollen sie als Flüchtlinge aus Syrien kommend gelangt sein. Beide Männer werden seit Dezember nach den Attentaten von Paris gesucht.