Abdeslam und Choukri bleiben in U-Haft

Wie sein Rechtsbeistand Sven Mary bestätigt, verweigert Salam Abdeslam seine Auslieferung an Frankreich. Der letzte noch lebende mutmaßliche Paris-Attentäter wurde unter Haftbefehl gestellt. Ihm wird unter anderem die Beteiligung an den Anschlägen vom 13. November vorgeworfen, bei denen 130 Menschen starben.
Aurore Belot

„Mein Mandant ist zur Kooperation mit der belgischen Justiz bereit und gibt zu, dass er am 13. November in Paris war“, erklärte Abdeslams Rechtsanwalt Sven Mary. Eine Auslieferung an Frankreich lehne er aber ab. Ansonsten wollte Mary nur noch sagen, dass Abdeslam als Folge seiner Schusswunde während seiner Verhaftung, nur liegen könne.

Innerhalb der nächsten fünf Tage muss nun über die Verlängerung des Haftbefehls und die eventuelle Auslieferung des mutmaßlichen Terroristen an Frankreich entschieden werden.

Auch gegen Amine Choukri, der gemeinsam mit Salah Abdeslam am Freitag in Molenbeek verletzt und festgenommen wurde, erließ der Ermittlungsrichter am Samstagvormittag einen Haftbefehl. Unklar ist aber noch, ob es sich wirklich um Amine Choukri handelt. Bei ihm wurde ein gefälschter syrischer Pass und ein falscher belgischer Ausweis auf diesen Namen gefunden. Vermutet wird, dass es sich bei dem Mann um einen zurückgekehrten Syrienkämpfer handelt.

Der Mann war gemeinsam mit Abdeslam am 3. Oktober 2015 auf einer Autobahnraststätte in der Nähe der deutschen Stadt Ulm von einer Polizeistreife kontrolliert worden. Damals wurden seine Fingerabdrücke genommen, was es ermöglichte ihn am Freitag zu identifizieren.

Die Finderabdrücke des Mannes waren auch in einer Wohnung entdeckt worden, wo die mutmaßliche Paris-Attentäter in der Nähe von Namür (Auvelais) untergetaucht waren.