SWR: Was wollte Abdeslam in Ulm?

Wie der deutsche Südwestrundfunk berichtet, war der am Freitag in Brüssel festgenommene Terrorverdächtige Salah Abdeslam wenige Wochen vor den Paris-Attentaten vom vergangenen November offenbar kurz in Ulm - und hat dort mögliche Komplizen abgeholt.

Nach SWR-Recherchen haben polizeiliche Ermittlungen ergeben, dass auf den Namen von Abdeslam in Brüssel ein Mietwagen angemietet wurde. Dieses Auto fuhr in der Nacht vom 02. auf den 03. Oktober von Belgien nach Ulm - und wieder zurück.

Die Ermittler sind sich sicher, dass Abdeslam auch der Fahrer war. In Ulm selbst war das Auto kaum eine Stunde, es stand in dieser Zeit in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft. In dieser Unterkunft waren vor allem syrische Flüchtlinge untergebracht.

Bei einer Anwesenheitskontrolle am 03. Oktober wurde festgestellt, dass drei Männer fehlten. Am Vortag waren sie noch da gewesen. Zusammen mit belgischen und französischen Ermittlungsbehörden prüft das deutsche Bundeskriminalamt nach SWR-Informationen nun, ob diese drei fehlenden Syrer zu den Attentätern von Paris gehört haben. Zudem wird geprüft, wie und warum Salah Abdeslam zu den Männern Kontakt aufgenommen hat.

Europaweit unterwegs

Abdeslam hatte auch nach den Pariser Terroranschlägen europaweit reisen können. So war er bereits kurz nach dem 13. November bei einer Verkehrskontrolle an der französisch-belgischen Grenze aufgefallen. Das Auto war zuvor in der Nähe eines Tatortes in Paris gesehen worden. Damals fehlten für eine Festnahme entsprechende Anweisungen.

Der 26-jährige Terrorverdächtige, der am Freitag im Brüssler Stadtteil Molenbeek festgenommen wurde, gilt als Logistiker der Anschläge vom 13. November in Paris, bei denen 130 Menschen starben. (Quelle: SWR.de)