"Schwiegersohn anderer Hautfarbe? Lieber nicht!"

Nach einer Umfrage von Unia, dem früheren staatlichen belgischen Zentrum für Chancengleichheit, sieht es etwa jeder fünfte Belgier nicht besonders gerne, wenn seine oder ihre Kinder mit einem Partner anderer Hautfarbe auftauchen. Unia befragte dazu 2.500 in unserem Land lebende Personen. Das Zentrum gibt an diesem Internationalen Tag gegen Rassismus den Startschuss für eine entsprechende Infokampagne.

Rund 20 % aller in Belgien lebender Einwohner sieht es eher nicht gerne, wenn seine Kinder mit Schwiegersöhnen oder Schwiegertöchtern nach Hause kommen, die eine andere Hautfarbe tragen. Dieses Phänomen ist offenbar nicht wirklich generationsabhängig, denn auch unter den 16- bis 25-jährigen haben rund 17 % der Befragten diese Haltung.

Els Keytsman von Unia sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dies doch überraschend war: „Wir könnten glauben, dass jüngere Leute weniger negativ gegenüber einen Lebenspartner anderer Hautfarbe eingestellt sind, doch das hatten sogar wir falsch eingeschätzt. Aus dieser Befragung wurde deutlich, dass jede Generation ungefähr ähnlich denkt.“

Migrationshintergrund

Dass in dieser Hinsicht in Belgien nicht nur die „weißen und christlichen“ Belgier so denken, gehört hier offenbar zum Totalbild der Unia-Umfrage. Auch Personen mit Migrationshintergrund, die in Belgien leben, wurden im Zuge dieser Studie befragt. Und auch hier wurde deutlich, dass auch 12% der Einwanderer auch späterer Generationen ein Problem damit haben, dass ihre Kinder mit Partnern anderer Hautfarbe umgehen.

Info-Kampagne

Für Unia, das frühere staatliche belgische Zentrum für Chancengleichheit und gegen Rassismus, bleibt das Klischee des Rassismus gegenüber anderen Hautfarben weiter bestehen - ungeachtet modernerer Zeiten und kulturell offenerer Ansichten. Darum startet das Zentrum an diesem Internationalen Tag gegen Rassismus eine entsprechende Info-Kampagne, die sich in dieser Frage an die gesamt-belgische Gesellschaft richtet.