Alle Volvo-Zulieferer in Gent verlieren Vertrag

Alle Zulieferer von Volvo im Genter Hafen verlieren ihren Vertrag mit dem Fahrzeughersteller. Das haben die Gewerkschaften bekannt gegeben. Volvo geht in eine neue Strategie über. Hierbei soll das Mutterunternehmen Aktivitäten von Subunternehmen erneut selbst ausführen. Dies gilt möglicherweise auch für das Ausland.

Alle fünf Zulieferer haben die Bestätigung, dass ihr Vertrag bei Volvo in Gent nicht erneuert wird.

Zunächst erfuhren vier von den fünf Zulieferern, dass ihre mehr als 600 Jobs in Gefahr sind.

Beim fünften Zulieferer, Benteler Automotive, war für diesen Montag ein Sonderbetriebsrat angesetzt. Auch sie haben inzwischen erfahren, dass der Vertrag mit Volvo beendet würde. Hier droht 220 Arbeitnehmern der Verlust ihres Arbeitsplatzes. 

Die Aktivitäten der Subunternehmer sollen im Zeitraum zwischen 2017 und 2019 abgebaut werden. Einige Aktivitäten werden ins Ausland verlagert.

Marc Staelens von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV zufolge werde Volvo das Personal der Zulieferer nicht übernehmen. "Das sind schreckliche Nachrichten, denn hier gibt es keine Alternative", sagte er. Laut Staelens gehe Volvo respektlos mit seinen Zulieferern um. "Wenn man sieht, welche Investitionen bei den Zulieferern gemacht worden sind, dann erfolgte dies, weil man an den Kunden glaubte."

Volvo Cars in Gent will sich hierzu nicht äußern. Das Unternehmen betont, nicht in die Gespräche eingeweiht worden zu sein und verweist auf den Mutterbetrieb in Schweden. Die Entscheidung sei dort gefallen. Dort schließt man wiederum nicht ganz aus, dass die existierenden Zulieferer Teile für die neuen Modelle, die ab 2019 in Gent produziert werden, zuliefern könnten.