LKW-Maut/On Board Unit - Alles klar für Belgien?

Ab dem 1. April wird auf den belgischen Autobahnen und Schnellstraßen die LKW-Kilometer-Maut fällig. Das bedeutet, dass alle Lastwagen aus dem In- und Ausland ein Gerät an Bord haben müssen, über das sich die in unserem Land zurückgelegten Kilometer erfassen lassen, um die zu entrichtende Gebühr zu berechnen. Die Frage lautet jetzt, ob Belgien klar für die Maut ist und ob alle Trucker ihre „On Board Unit“ ab Anfang April an Bord haben.

Nach vorsichtigen Schätzungen werden ab dem 1. April 2016 rund 350.000 Lastwagen über 3,5 Tonnen eine so genannte „On Board Unit“ (kurz OBU) an Bord haben müssen, um auf den belgischen Autobahnen und Schnellstraßen unterwegs sein zu dürfen. Diese elektronischen Erfassungsgeräte und die Maut-Anlagen auf dem hiesigen Straßenverkehrsnetz werden seit Oktober 2015 getestet und müssten am entsprechenden Stichtag funktionieren.

Das System wird von der Gesellschaft ViaPass betreut, die die drei belgischen Länder und Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt gemeinsam ins Leben gerufen haben. ViaPass sorgt sowohl für den Vertrieb der OBU als auch für die Kontrolle und Berechnung der Kilometer-Maut.

Am 1. März, also genau einen Monat vor Einführung der LKW-Maut, waren rund 200.000 KLW, die über eine „On Board Unit“ verfügen müssen, registriert und rund 150.000 LKW waren bereits mit den elektronischen Geräten ausgerüstet.

Insgesamt sieht ViaPass die Verteilung von 800.000 OBU vor, die die Transportunternehmen, die Belgien bei ihren Fahrten anfahren oder berühren, online bestellen oder an den Grenzen zu unserem Land erwerben können. Das kann z.B. an Tankstellen an den Autobahngrenzen geschehen.

Für eine „On Board Unit“ berechnet ViaPass eine Kaution über 135 €. Nach Angaben von ViaPass sind alle Transportunternehmen von der Einführung der LKW-Maut unterrichtet. Seit Monaten schon würden Plakate in mehreren Sprachen an den Autobahnen und an den Grenzen zu unserem Land auf diese Einführung hinweisen.

Wie hoch sind die Gebühren?

Die LKW-Maut in Belgien wird unterschiedlich berechnet. Zum einen hängt die Höhe der Gebühr von der jeweiligen Region ab und danach werden auch die Straßentypen unterschiedlich berechnet (Autobahnen, Autobahnringe oder Schnellstraßen).

Im belgischen Bundesland Flandern gilt ein Tarif von 0,074 € pro Kilometer für einen leichten LKW neuerer Generation mit wenig Schadstoffausstoß bis hin 0,292 € pro Kilometer für einen Schwerlaster mit umweltschädlichen abgasen auf Autobahnen.

Genauere Informationen bieten die Internetseite von ViaPass (www.viapass.be) oder für Transportunternehmer aus dem deutschsprachigen Raum die Webseite der DKV (www.dkv-euroservice.com).

Kinderkrankheiten

Nach Angaben von ViaPass wies das System anfangs noch Probleme auf, doch diese „Kinderkrankheiten“ habe man beseitigen können. Ein Problem war, dass die „On Board Units“, die das Unternehmen ‚Satellic‘ produziert, bei einigen Lastwagen nicht starten wollten und ein anderes Problem entstand dadurch, dass die OBU jedes Mal von neuem aufgestartet werden müssen, wenn der jeweilige LKW abgestellt wurde. Das war vor allem für Auslieferer problematisch, die ihren Lastwagen mehrmals hintereinander anhalten müssen, damit sie zum ausliefern abladen können.

Dem aber wurde mit einer permanenten Stromversorgung für die OBU Abhilfe geschaffen, doch dies geschah oder geschieht auf Kosten der LKW-Betreiber. Bedenken gab es auch bei der Präzision der Geräte. Fuhr ein LKW auf einer Straße, die in etwa parallel zu einer Maut-Autobahn führte, wurden die entsprechenden Kilometer manchmal berechnet. Doch ViaPass legt Wert auf die Tatsache, dass dies alles präzise berechnet würde. Willkür sei absolut ausgeschlossen.