Verfrühte Anschläge nach Abdeslams Verhaftung?

Nach Ansicht vieler Beobachter, Analisten und Journalisten - auch in unserer VRT-Nachrichtenredaktion – gibt es eine deutliche Verbindung zwischen den Brüsseler Anschlägen am Dienstag und denen in Paris im November letztes Jahr. Und das Puzzle zwischen den einzelnen Ereignissen in Sachen Terrorfahndung in Brüssel in den vergangenen Tagen und Wochen weist nur noch wenige Lücken auf.

„Wenn das alles stimmt, dann wird das Puzzle vollständig. Vor allem mit den Anschlägen von gestern in Brüssel und den Anschlägen von Paris im November. Man versucht jetzt herauszufinden, ob die beiden Brüder (Ibrahim und Khalid El Bakraoui (A.d.R.)) effektiv damit zu tun haben.“, sagte die VRT-Journalistin Inge Vrancken am Mittwochmorgen in einer Sondersendung unser TV-Nachrichtenredaktion.

Es gilt als so gut wie sicher, dass Ibrahim und Khalid El Bakraoui mit den Anschlägen von Paris zu tun hatten und dass sie zum Kreis der Terroristen um den erst an vergangenen Freitag verhafteten Salah Abdeslam gehören. Und dessen Verhaftung könnte dazu geführt haben, dass die gestrigen Anschläge gerade jetzt stattgefunden haben.

Auch unsere Kollegin Inge Vrancken (kl. Foto) geht davon aus, dass das eine mit dem anderen zu tun hat: „Als bekannt wurde, dass Abdeslam möglicherweise mit den Ermittlungsdiensten zusammenarbeiten würde, musste befürchtet werden, dass eine (Terror)Zelle vielleicht einen Anschlag, der für einen späteren Zeitpunkt geplant war - wer weiß, vielleicht während der Abreise in die Osterferien in Zaventem - vorgezogen hat.“

Es könnte etwas dran sein an der Theorie, dass die Terrorzelle Angst davor hatte, von Salah Abdeslam verraten zu werden und dass die geplanten Anschläge von den Geheimdiensten verhindert werden konnten. „Das sind Spekulationen, aber man fühl den Ermittlungsdiensten an, dass die Ermittlungen in diese Richtung auf vollen Touren laufen.“, so Inge Vrancken, die die Ereignisse rund um den IS-Terror in der ganzen Welt für unsere Redaktion beobachtet.