An welcher Stelle hat die Kommunikation versagt?

Es besteht Unklarheit darüber, welche Information die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB nach dem Anschlag auf Zaventem erhielt oder eben nicht erhielt. Verschiedene Politikebenen schieben die Verantwortung nun jeweils auf den anderen.

Der erste Anschlag auf Zaventem wurde kurz vor 8 Uhr begangen. Im Parlament hat Innenminister Jan Jambon erklärt, dass der Krisenstab damals direkt die Verkehrsgesellschaften zur Wachsamkeit aufgefordert habe. Um 9.04 Uhr sei dann der Entschluss gefallen, das U-Bahnnetz und die 5 Bahnhöfe zu schließen. 

"Um 9.04 Uhr hat die OCAD Terrorwarnstufe 4 für das gesamte Land angekündigt. Es wurde die Anweisung gegeben, die U-Bahnstationen und die fünf Bahnhöfe in Brüssel zu evakuieren und für das Publikum zu sperren", so Jambon.

Um 9.04 Uhr also, das war 7 Minuten vor dem zweiten Anschlag in der U-Bahnhaltestelle Maalbeek.

Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB sagt nun offiziell, dass sie vor diesem Anschlag keine Anweisung zur Evakuierung der U-Bahn von der föderalen Regierung erhalten habe.

Minister Jambon antwortete darauf erst ausweichend und schob die Verantwortung dann auf die Region Brüssel. Danach sagte er, dass er gemeinsam mit den verschiedenen Partnern recherchieren wolle, wie die Dinge genau verlaufen seien.

Die Brüsseler Regierung hat noch nicht offiziell reagiert. Doch die VRT hat erfahren, dass es für solche Notsituationen eine Art festes Verfahren gebe. Niemand kann jedoch sagen, an welcher Stelle die Kommunikation versagt hat.

Die belgische Bahn NMBS hatte die Anweisung, die Bahnhöfe in Brüssel zu evakuieren, von der Bahnpolizei bekommen, sagt ein Sprecher. Zum genauen Zeitpunkt der Anweisung hierzu will er sich aber nicht äußern.

Ob der Anschlag in der U-Bahn hätte vermieden werden können, kann man nicht sagen. Doch zeigt dies sicherlich, dass das komplexe belgische System der verschiedenen Zuständigkeiten die Kommunikation in Notsituationen nicht gerade einfacher macht.