Italien: Weiterer Terrorverdächtiger gefasst

Im Süden Italiens hat die Polizei einen Mann verhaftet, der im Verdacht steht, mit den Terroranschlägen von Brüssel und Paris zu tun zu haben. Bei dem Mann handelt es sich um einen Algerier, der in Belgien per Haftbefehl gesucht wurde. Der Mann hatte auch einem der Brüsseler Selbstmordattentäter falsche Papiere geliefert.

Bei dem Verhafteten handelt es sich um den 40 Jahre alten Algerier Djamal Eddine Ouali. Er wurde in der Ortschaft Bellizzi (Foto) in der Provinz Salerno unweit von Neapel verhaftet, nachdem er dort einen Aufenthaltsantrag gestellt hatte. Dabei fand die italienische Polizei heraus, dass Belgien gegen ihn am 6. Januar dieses Jahres einen internationalen Haftbefehl erlassen hatte.

Ouali steht im dringenden Verdacht, Menschenschleuser unterstützt zu haben und für gefälschte Ausweise und Dokumente gesorgt zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung im Oktober 2015 hatte die Polizei in dessen Wohnung im Brüsseler Ortsteil Sint-Gillis tausende falsche Dokumente und digitale Fotos von mutmaßlichen Terrorverdächtigen und Syrienkämpfern entdeckt.

Im Laufe der Ermittlungen wurde herausgefunden, dass alle Beteiligten an den Anschlägen von Brüssel und Paris Dokumente aus diesem Arsenal genutzt hatten. Auch Salah Abdeslam nutzte falsche Identitäten mit Ausweisen des Passfälschers Djamal Eddine Ouali.

Nach der Verhaftung Oualis stürmte die italienische Polizei laut Nachrichtenagentur ANSA dessen Fälscherwerkstatt. Dabei fanden sie auch ein Foto von Najim Laachraoui, der sich beim Bombenattentat auf den Brüsseler Flughafen in Zaventem selbst in die Luft sprengte. Laut Pressemeldungen aus Italien kann der Algerier an Belgien ausgeliefert werden.

Festgenommene in Düsseldorf und Gießen

Im Gegensatz zu anderslautenden Berichten in den internationalen Medien soll es keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Attentätern von Brüssel und den in Düsseldorf und Gießen festgenommenen Salafisten geben. Dies teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die deutsche Polizei stieß auf „keinerlei belastbare Hinweise.“

Die deutsche Staatsanwaltschaft stehe trotzdem weiter in engem Kontakt zu den belgischen Ermittlungsbehörden. Weder habe die Auswertung der Mobiltelefone der Verdächtigen mehr Aufschluss gebracht, noch die Durchsuchung der Wohnung des Düsseldorfer Salafisten. Allerdings bleiben beide Personen weiter in Haft, da die Ermittlungen noch laufen würden. Einer der beiden Verhafteten ist ein Syrien-Heimkehrer.