FBI hatte Niederlande über kriminellen Hintergrund der El Bakraoui-Brüder informiert

Am 16. März, also sechs Tage vor den Anschlägen von Brüssel, hat das amerikanische Bundesamt für Ermittlung FBI die niederländische Polizei über den kriminellen und extremistischen Hintergrund der Terror-Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui informiert. Am 17. März hat es hierzu auch einen direkten Kontakt zwischen den niederländischen und den belgischen Polizeibehörden gegeben, schreibt der niederländische Justizminister Ard van der Steur am Dienstag dem Parlament in Den Haag.

Ibrahim El Bakraoui sprengte sich am 22. März auf dem Brüsseler Flughafen in die Luft. Sein 1989 geborener Bruder, Khalid El Bakraoui, verübte einen Selbstmordanschlag in der U-Bahnstation Maalbeek in Brüssel. Die Amerikaner hätten die Information über den kriminellen Hintergrund von Ibrahim und den radikalen und terroristischen Hintergrund von Khalid an die Niederlander weitergegeben, so van der Steur noch.

Der Grund für die Weiterleitung der Informationen durch die Amerikaner sei eine Razzia im Brüsseler Stadteil Vorst in Belgien gewesen, so das Ministerium weiter. Das FBI hat Ibrahim am 25. September auf seine "Watchlist" gesetzt. Die Niederlande kann die Liste einsehen und nach Namen durchsuchen. Van der Steur will mit den Amerikanern vereinbaren, dass Informationen zur "Watchlist" künftig noch besser geteilt werden. Die Niederlande plant, diese Liste automatisch auf vermeintliche Syrienkämpfer zu durchsuchen, schreibt der Minister noch.

Vor dem Hintergrund der Anschläge in Brüssel und der Tatsache, dass Ibrahim El Bakraoui unbehelligt über Schiphol nach Belgien zurückkehren konnte, nachdem er von der Türkei des Landes verwiesen wurde, debattiert die zweite Kammer im Verlauf des heutigen Dienstags über die Anti-Terrorpolitik der niederländischen Behörden.

Als Antwort auf zuvor gestellte Fragen im Parlament schrieb Van der Steur auch noch, dass er zudem bessere Absprachen mit den türkischen Behörden über das Verfahren bei jeder Ausweisung aus der Türkei in die Niederlande wolle. Im Fall von El Bakraoui habe die niederländische Botschaft in Ankara eine Mail von den Türken erhalten, in der als Betreff "Reiseprogramm" angegeben war. Die Mail sei an diesem Tag nicht aufgefallen. Erst als der Bericht geöffnet worden sei, habe man sehen können, dass es sich um einen dringenden Bericht gehandelt habe.

Er betonte, dass ein Bericht über die Ausweisung von Personen normalerweise einen anderen Weg nehme. Ihm zufolge sei den Niederlanden in keiner anderen Weise zu erkennen gegeben worden, dass die Ausweisung eines potenziell gefährlichen Individuums bevorgestanden habe.