Anti-Terrorrazzia bei Kortrijk abgeschlossen

In Marke, einer Teilgemeinde von Kortrijk unweit der französisch-belgischen Grenze, fand an diesem Donnerstag eine große Anti-Terrorrazzia der Polizei und der Armee statt. Der Einsatz erfolgte in Zusammenhang mit dem in Frankreich festgenommenen Reda Kriket. Noch ist nicht bekannt, ob die Polizei etwas gefunden hat.

Der 34-jährige Terrorverdächtige Reda Kriket war letzte Woche in der Pariser Vorstadt Argenteuil festgenommen worden. Wie der ermittelnde französische Staatsanwalt François Molins mitteilte, sei in Reda Krikets Wohnung in Argenteuil ein "Arsenal in noch nicht da gewesenem Ausmaß" gefunden worden.

Was die Polizei in Marke suchte, ist noch nicht bekannt. Offenbar suchte sie nach Gegenständen, die die Terroristen liegengelassen haben könnten. Die Armee durchkämmte unter anderem einen Parkplatz an der E17 in Marke und setzte auch Metalldetektoren ein.

Das Wohnviertel Rodenburg im Stadtteil Marke, das in der Nähe der Autobahn E17 nach Frankreich liegt und in dem der Einsatz stattfand, wurde von der Polizei abgeriegelt.

Auch wurde ein leerstehendes Gebäude unweit des Parkplatzes durchsucht, in dem früher das Restaurant Villa Marquette untergebracht war. Das Gebäude steht schon seit einigen Jahren leer.

Ob die Suchaktion die Fahnder zu weiteren Ergebnissen führte, ist nicht bekannt.

Reda Kriket

Am 24. März verhaftete die französische Polizei Reda Kriket in der Nähe von Paris.

Der 34-jährige Franzose soll fortgeschrittene Pläne für einen Anschlag besessen haben. In dem Appartement, das er mietete, wurden Waffen und Sprengstoff gefunden.

Der Mann hatte eine Zeit lang in Brüssel gewohnt und wurde letztes Jahr in Belgien in Abwesenheit zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil er Dschihadisten für Syrien angeworben haben soll.

Im gleichen Terrorismusprozess sollte sich auch Abdelhamid Abaaoud vor Gericht verantworten. Er wird als der vermutliche Kopf hinter den Anschlägen von Paris gesehen.

Am Sonntag wurde in Rotterdam (Niederlande) ein mutmaßlicher Komplize von Kriket festgenommen. Bei ihm fand die Polizei mehr als 45 Kilo Munition, die in Kalaschnikows verwendet wird.

Auch in Belgien wurden vergangenes Jahr zwei Verdächtige in Zusammenhang mit dieser Untersuchung verhaftet.