Molenbeek bereitet sich auf rechte Szene vor

Die Region Brüssel verbietet für dieses Wochenende sämtliche Demonstrationen und Treffen auf ihrem Territorium. Dies gilt auch für die Demonstration, die die französische rechtsextreme Vereinigung Génération Identitaire (dt. Identitäre Bewegung) am Samstag in Molenbeek organisieren wollte. Nach den Anschlägen von letzter Woche hatte die rechte Jugendbewegung bereits versucht, ihre Anhänger in ganz Europa für Samstag zu mobilisieren.
AFP or licensors

So etwas wie letzte Woche auf dem Börsenplatz, als Hooligans der rechten Szene trauernde Bürger mit dumpfen Parolen und Krawall störten, soll künftig absolut vermieden werden. Die Bürgermeisterin von Sint-Jans-Molenbeek, Françoise Schepmans, kündigte deshalb an: "Jede Demonstration, jegliche Versammlung auf dem Gebiet der Region Brüssel ist verboten. Hierfür wird der Brüsseler Ministerpräsident eine Ordnungsmaßnahme erlassen. Jeder Bürgermeister darf eigene Maßnahmen nehmen, die die Besonderheiten seiner Gemeinde berücksichten."

Die französischen Identitären hatten für diesen Samstag zu einer großen europäischen Demonstration in Molenbeek aufgerufen. Die Demonstration sollte sich eindeutig gegen den Islam richten.

Die Identitären sind als rassistisch, islamfeindlich und für ihre völkische Einstellung bekannt. "Die Befürchtung ist real, weil man angekündigt hatte, dass man die Islamisten angreifen wolle. Man wolle gegen das, was man als typisches Molenbeeker Phänomen beschreibt, bekämpfen", erklärte Johan De Becker von der Polizeizone West-Brüssel und er fügte hinzu, dass man gleichzeitig mit Gegendemonstranten rechne, die auf diese Gefahr reagieren wollten und mit Jugendlichen aus dem Viertel, die sich mobilisierten, um zu zeigen, dass es sie auch noch gebe und die respektiert werden wollten.

Die Gefahr, dass sich die Szenen vom Börsenplatz am Samstag wiederholen ist also konkret gewesen und trotz des ausgesprochenen Verbots, offenbar noch lange nicht gebannt. Auf der Webseite der Identitären ist die Demonstration jedenfalls noch immer für den 2. April in Molenbeek mit der Kampfansage "Expulsons les islamistes!", was so viel heißt wie "Schmeißen wir die Islamisten raus!", angekündigt. Und in einem Video der Vereinigung heißt es: "Die Génération Identitaire in Molenbeek und anderswo ist noch nicht fertig mit den Islamisten!"

An diesem Wochenende wird deshalb in jedem Fall in Brüssel mehr Polizei als üblich unterwegs sein, falls die Rechtsextremen dem Verbot der Region Brüssel nicht folge leisten und sich dennoch auf den Weg nach Brüssel machen sollten.