Keine rechte Demo am Samstag in Molenbeek

Eine für Samstag von der rechtsextremen französischen Bewegung Génération Identitaire geplante Anti-Islam-Demonstration im Brüsseler Stadtteil Molenbeek ist von den Behörden ebenso untersagt worden, wie auch einige Gegendemos. Das Verbot ist im Rahmen einer Versammlung der Brüsseler Regionalregierung mit den Bürgermeistern der 19 Gemeinden und den Korpschefs der 6 Polizeizonen beschlossen worden.

Génération Identitaire aus Frankreich wollte am Samstag am Rathausplatz der Brüsseler Gemeinde Sint-Jans-Molenbeek (Foto oben) gegen den Islam demonstrieren, doch die Gemeinde untersagte diese Demo umgehend. Dem schlossen sich alle Beteiligten in der Region Brüssel-Hauptstadt in einem gemeinsam beschlossenen Verbot an. Dieses Verbot gilt nicht nur für die rechtsextreme Anti-Islam-Demo der Bewegung aus Frankreich, sondern auch für alle Gegendemonstrationen, zu denen aufgerufen wurde.

Génération Identitaire nannte den Brüsseler Beschluss ein „feiges Verbot“ und teilte mit, man sei „noch nicht fertig mit dem Islam.“ Man nehme das Verbot aber zur Kenntnis und rufe alle Militanten der Bewegung dazu auf, nicht nach Molenbeek zu fahren. Man wolle sich an die geltenden Gesetze in Belgien halten.

Inzwischen kündigten auch die belgischen Hooligans - die so genannten „Casuals“, die am vergangenen Sonntag bereits für Randale an der Gedenkstelle für die Opfer der Anschläge vom 22. März an der Brüsseler Börse für Krawalle gesorgt hatten, an, ebenfalls nicht nach Molenbeek zu kommen. Ob es aber am Samstag in Molenbeek und in Brüssel allgemein ruhig bleiben wird, sei dahingestellt. Die Polizei in der Hauptstadt bleibt auf jeden Fall in Alarmbereitschaft.