"Salah wollte sich nicht in die Luft sprengen"

Mohamed Abdeslam (Foto), der Bruder von Salah Abdeslam, besuchte den mutmaßlichen Terroristen in dessen Zelle in der Haftanstalt von Brügge und führte nach Medienberichten dort ein etwa einstündiges Gespräch mit ihm. Dabei soll er gesagt haben, dass er frei entschieden habe, sich am 13. November 2015 nicht am Stade de France in Paris in die Luft zu sprengen.

Der französische Nachrichtensender BFM TV berichtete von dem Besuch Mohamed Abdeslams bei seinem Bruder Salah im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses von Brügge ausführlich und meldete, dass der mutmaßliche Terrorist nach eigenen Aussagen aus freien Stücken heraus entschieden habe, sich am 13. November vor dem Stade de France in Paris bewusst nicht selbst in die Luft zu sprengen.

Wenn Salah gewollt hätte, so dessen Bruder Mohamed, hätte es noch mehr Opfer gegeben, doch zum Glück habe er sich anders entschieden. Sicher ist seit diesem Besuch, dass Salah Abdeslam seiner Zeit einen Sprengstoffgürtel umgeschnallt hatte. Doch BFM TV zufolge minimalisiere der Verdächtige seine Rolle bei den Attentaten in der französischen Hauptstadt.

Seinem Bruder gegenüber soll Salah angedeutet haben, nicht von allem unterrichtet gewesen zu sein und er sei schon gar nicht einer der Drahtzieher der Anschläge gewesen. Er sei lediglich „von mehreren Bekannten in diesem makabren Projekt mitgezogen worden.“ Dass er derart vorgeht, ist auch den polizeilichen Verhören zu entnehmen. Hier scheint Salah Abdeslam konsequent vorzugehen.

Nicht in Belgien Rechenschaft ablegen

Mit den Anschlägen von Brüssel am 22. März will er aber nicht zu tun haben. Er wisse lediglich aus dem Fernsehen, dass es diese Attentate gegeben habe. In Belgien wolle er keine Rechenschaft ablegen. Mit der französischen Justiz wolle er aber zusammenarbeiten, wie er wohl andeutete. Wann die belgische Justiz Salah Abdeslam an Frankreich ausliefern wird, ist noch nicht bekannt. Die Ermittler wollen von ihm mehr Deutlichkeit zu dessen Wissen in Sachen Anschläge in Brüssel erfahren.