Montag wieder Blockaden gegen die LKW-Maut

Rund 500 erboste Lastwagenfahrer aus dem belgischen Bundesland Wallonien wollen ab Montag wieder mit Straßenblockaden gegen die seit dem 1. April in Belgien eingeführte LKW-Maut protestieren. Dabei sollen auch Grenzübergänge ins Visier genommen werden. Vor allem für kleinere Transportunternehmen bedeutet die Maut höhere Unkosten.

Gespräche zwischen den Truckern und dem wallonischen regionalen Haushaltsminister Christophe Lacroix (PS) haben in den vergangenen Tagen keine Entspannung gebracht. Zwar ebbten die Proteste im Laufe des Samstags etwas ab, doch die Lastwagenfahrer und die kleineren Transportunternehmer wollen sich nicht geschlagen geben und kündigen für Montag neue Proteste an. Sie wollen Straßen und Autobahnkreuze ebenso blockieren, wie auch eventuell Grenzübergänge nach Frankreich, Deutschland und Luxemburg.

Die Trucker gehen davon aus, dass ihre Unkosten wesentlich durch die Maut-Abgabe steigen werden und vor allem selbständige LKW-Fahrer und Transportunternehmer, die weniger als fünf Lastwagen im Fuhrpark haben, befürchten, auf Dauer die Unkosten nicht mehr einfahren zu können. Ein Sprecher der erbosten Brummifahrer sagte, dass bis zu 1.000 Jobs in diesem Sektor in der Wallonie auf dem Spiel stehen würden.

Proteste und Gespräche mit der politischen Ebene

Walloniens Haushaltsminister Lacroix bot den kleinen Unternehmern Sondermaßnahmen an, wie günstige Kleinkredite oder Aufschub beim Entrichten der Sozialabgaben: „Wir haben die Schwierigkeiten, die vielleicht auf die kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Lastwagen zukommen, unterschätzt und nicht ausreichend kommuniziert.“

Die protestierenden LKW-Fahrer werden vom Transport- und Logistik-Verband UPTR unterstützt, doch dieser Verband will sich nicht den Blockaden anschließen und lehnt diesen ab. Febetra, der Dachverband der belgischen Transportunternehmen, setzt hingegen auf Gespräche. Dort hält man die Lage ebenfalls für problematisch, doch hier will man sich weiter mit den politischen Entscheidungsträgern in Bund und Ländern zusammensetzten.