AB InBev-Familie genannt in Panama Papers

Die Familie de Spoelberch, eine der reichsten adligen Familien Belgiens, wird in den Panama Papers genannt, die seit gestern veröffentlicht werden. Das berichtet die Börsenzeitung De Tijd. Die Familie ist eine der Großaktionäre der weltgrößten Brauereigruppe AB InBev. Insgesamt 732 Belgier sollen in Panama eine Briefkastenfirma besitzen.

Vor rund einem Jahr bekam das ‚Internationale Konsortium der Enthüllungsjournalisten‘ (ICIJ, ‚International Consortium of Investigative Journalists‘) und die ‚Süddeutsche Zeitung‘ eine enorme Datenmenge zugespielt. Die vertraulichen Dokumente betreffen Kunden der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, für die Briefkastenfirmen in Panama gegründet wurden.

Die belgischen Medien De Tijd, Knack, MO* und Le Soir werteten die belgischen Daten aus. Demnach besitzt die superreiche Familie de Spoelberch in Panama mehrere Offshorefirmen, unter anderem Retro Marketing, Greyberg Holdings und Artistissimo Corp, die über Mittelsmänner in der Schweiz und Luxemburg gekauft wurden.

Dies ist nicht verboten, so lange über diesen Umweg kein Geld am Finanzamt vorbei geschleust wird. Aber die Wirtschaftszeitung De Tijd hatte schon berichtet, dass die Familie de Spoelbergh Steuern spart, indem sie ihre Interessen an AB InBEv und andere belgische Unternehmen von Luxemburg aus verwaltet. Die belgische Steuerfahndung ermittelt schon seit längerem deswegen gegen verschiedene Familienangehörige.

Die Familie de Spoelberch besitzt über ihre luxemburgische Holdinggesellschaft noch immer 8 % des weltweit größten Bierkonzerns AB InBev.