LKW-Maut: Bußgelder und weitere Blockaden

Fünf Tage nach Inkrafttreten der LKW-Maut in Belgien sind die ersten Bußgelder für Trucker verhängt worden, die versucht haben, diese Gebühren zu umgehen. Auf der anderen Seite leiden viele On Board Units noch immer unter Kinderkrankheiten und im belgischen Bundesland Wallonien protestieren weiter erboste Lastwagenfahrer und kleinere Spediteure gegen die Maut.

Seit vergangenen Freitag, das war der 1. April 2016, gilt für die meisten Autobahnen sowie Land- und Schnellstraßen in Belgien eine Maut für Lastwagen über 3,5 Tonnen. Die Einführung dieser LKW-Maut wurde vor langer Zeit schon bekanntgegeben und auch, dass die betroffenen Lastwagen eine On Board Unit an Bord haben müssen, über die die zu entrichtenden Gebühren berechnet werden.

Die Höhe dieser Gebühr ist abhängig von der jeweiligen Region (Flandern, Wallonien oder/und Region Brüssel-Hauptstadt), vom Straßentyp und vom jeweiligen LKW-Modell, bzw. dessen Schadstoffausstoß. Konkret sind das Maut-Preise, die zwischen 7,4 und 29,2 Eurocent betragen.

Ab dem 5. April können Lastwagenfahrer, die versuchen, die Maut zu umfahren, mit Bußgeldern belegt werden, die bis zu 1.000 € betragen können. Dabei werden Trucker belangt, deren Lastwagen - wenn es denn 3,5-Tonner oder größere Fahrzeuge sind - über keine On Board Unit verfügen.

Wird ein LKW bei einer entsprechenden Kontrolle angehalten, dessen Messgerät nachweislich nicht funktioniert (ein kleiner Teil der OBU leidet noch unter Kinderkrankheiten), wird kein Strafmandat ausgestellt. Ist das Gerät aber nur ausgeschaltet, wird das Bußgeld fällig.

Weiter Proteste in Wallonien

Inzwischen protestieren viele Lastwagenfahrer und kleinere mittelständische Spediteure im belgischen Bundesland Wallonien weiter gegen die LKW-Maut. Dazu wurden teilweise Grenzübergänge blockiert und der Verkehr auf Straßen und Autobahnen wurde behindert. Ein Schwerpunkt lag dabei am Dienstag in der Provinz Hennegau. Die Trucker wollen zumindest erreichen, dass die Maut auf Land- und Schnellstraßen fallengelassen wird. Sie befürchten, dass sie auf den zusätzlichen Unkosten sitzenbleiben und geben an, diese nicht an die Kunden weitergeben zu wollen.

In Flandern denken Trucker und Spediteure anders. Auch hier freut man sich nicht über diese Gebührt, hält sie jedoch für unumgänglich. Die Blockaden finden hier keinen Anklang. Zum einen, weil die LKW-Maut bereits seit langem angekündigt wurde und zum anderen, weil diese Art des Protestes dem Transportsektor, der ohnehin bereits durch unehrliche Konkurrenz, wie Sozial- und Lohndumping, unter Druck steht, noch mehr wirtschaftlichen Schaden zufügt.