Amerikaner verklagt AB InBev: "Leffe führt irre!"

Ein Bierfan aus den USA hat den Brauerei-Giganten AB InBev-Anheuser Bush auf Schadensersatz verklagt. Der Kläger behauptet, dass Marketing um das belgische Spezialbier Leffe irreführend ist und falsche Tatsachen vortäuscht. Leffe werde nicht von Mönchen gebraut und sei in Wirklichkeit ein Massenprodukt, so die Klage.
AP2010

Henry Vazquez aus Miami hat den belgisch-brasilianischen Brauereikonzern AB InBev verklagt, denn er fühlt sich durch das Marketing der Gruppe zur Vermarktung des Spezialbieres Leffe in die Irre geführt. Nach Ansicht des Amerikaners täuscht die Leffe-Reklame in den USA falsche Tatsachen vor und dadurch sein dieses Bier auch zu teuer.

Vazquez hat gemeinsam mit anderen amerikanischen Bierfans jetzt Klage gegen AB InBev eingereicht. Aus dem Label der Leffe-Flaschen sei nicht ersichtlich, dass Leffe weder von Mönchen, noch in einer Abtei gebraut werde, sondern in der Konzern-Brauerei in Löwen (Prov. Flämisch-Brabant) und zwar mit einer Kapazität von 9 Mio. Hektolitern pro Jahr.

Natalie Rico, die Anwältin der Kläger, sagte dazu, dass dies Argumente seien, die bestätigten, dass AB InBev mit Leffe den Verbrauchern schade: „Das Marketing vermittelt den Verbrauchern, dass Leffe ein Spezialbier ist. Die Konsumenten glauben, dass sie ein Produkt einer eingeschränkten Quantität und einer hohen Qualität erwerben. Das ist aber nicht der Fall.“

Rechtlich kein Problem?

AB InBev hat bisher auf diesen Vorgang noch nicht reagiert, doch Fachleute bezweifeln, dass diese Klage Aussicht auf Erfolg haben könnte. Auf den Flaschen ist zu lesen, dass Leffe ein anerkanntes belgisches Abteibier ist. Rechtlich gesehen müssen dazu zwei Kriterien beachtet werden:

Das Bier muss eine effektive Verbindung zu einer Abtei haben und ein Teil des erzielten Gewinns muss dieser Abtei oder den dort lebenden Mönchen auch überwiesen werden - mehr nicht. Das sei hier der Fall, so Beobachter und Bierkenner. Allerdings ist es wohl auch so - zumindest hier in Belgien, dass die Labels auf den Bierflaschen oder den Bierkästen zu wenig Informationen bieten. Dazu gelten wenig aufschlussreiche Regeln in unserem Land.

Nicht der erste Fall bei AB InBev

AB InBev hatte vor einiger Zeit schon einmal Probleme vor Gericht in Miami. Letztes Jahr wurde dort eine außergerichtliche Einigung mit amerikanischen Biertrinkern getroffen, die geklagt hatten, dass das Beck’s Bier, das in den USA auf dem Markt ist, nicht in Deutschland (im heimischen Bremen) gebraut werde, sondern im amerikanischen St. Louis. Trotzdem werde dieses ebenfalls zum Anheuser Bush-AB InBev-Konzern gehörende als „deutsches Bier“ beworben.