Deutlich weniger Asylanträge in Belgien

Die Zahl der Asylanfragen in unserem Land geht kontinuierlich zurück. Im März registrierten die Ausländerbehörden 1.374 Anträge. Das ist die niedrigste Zahl seit sieben Jahren in Belgien. Hält diese Entwicklung in den kommenden Monaten weiter an, wird Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA), die Zahl der Notaufnahmezentren abbauen.

Der Trend hält seit dem Jahreswechsel an: Im Januar stellten 2.842 Menschen in Belgien einen Antrag auf Bleiberecht. Im Februar ging diese Zahl auf 1.523 Asylanträge zurück und um März noch einmal auf 1.347 Anfragen. Im Dezember 2015 lag die Zahl der Anträge noch bei 5.238.

Auffallend ist dabei, dass die Zahl der Asylanträge im vergangenen Monat noch unter der von März 2015 liegt (1.755), zu einem Zeitpunkt also, zu dem die Flüchtlingskrise noch gar nicht ausgebrochen war.

Die Zahl der Asylanträge ist damit so niedrig, wie seit Februar 2009 nicht mehr. Dies wird möglicherweise bald Folgen für die Unterbringung von Flüchtlingen haben, denn Asyl-Staatssekretär Francken denkt in diesem Zusammenhang daran, die Zahl der Notunterkünfte für Flüchtlinge abzubauen, falls dieser Trend anhält.

Experten sind der Ansicht, dass der Rückgang der Asylanfragen auch in Belgien eine Folge der Entwicklung der Flüchtlingspolitik in der Europäischen Union ist. Seit die so genannte „Balkan-Route“ dicht ist - Mazedonien, Ungarn und Slowenien halten ihre Grenzen geschlossen - finden die Flüchtlinge ihren Weg nach Westeuropa nicht mehr.

Und auch die Einigung zwischen der Türkei und Griechenland, bzw. der Türkei und der EU zur Rücknahme von Flüchtlingen bei gleichzeitiger legaler Einreise ist eine Meldung, die potentielle Flüchtlinge offenbar zurückhält, zu versuchen, hierher zu kommen.