Trucker-Blockaden auch um Brüssel herum

Noch immer blockieren einige Trucker aus Wallonien aus Wut gegen die LKW-Maut Autobahnkreuze und wichtige Landstraßen in ihrer Region. Doch am Mittwoch sorgten sich auch für Probleme auf der E40 in Richtung Brüssel. Dabei sorgten sie im flämischen Umland der Hauptstadt mit Schleichfahrten für lange Staus zur Stoßzeit. Die Polizei beendete diese Aktionen aber. Inzwischen haben die LKW-Blockaden empfindliche Versorgungsengpässe zur Folge, was Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) auf den Plan rief.

Am Morgen waren jeweils nur kleine Anzahlen von Lastwagen nötig, um für lange Staus zu sorgen. Zunächst hatten sechs wallonische Trucker in Langsamfahrt die E40 von Ternat aus in Richtung Gent blockiert und danach ging es zurück wieder in Richtung Brüssel mit dem gleichen Effekt.

Schon seit Freitag protestieren die Trucker im belgischen Bundesland Wallonien gegen die seit dem 1. April in Belgien fällige LKW-Maut. Diese Blockaden haben inzwischen empfindliche Versorgungsengpässe zur Folge.

Zum Beispiel können die großen logistischen Lager und Vertriebszentren der belgischen Warenhausketten kaum noch angefahren werden, was zu Lieferproblemen für die Supermärkte führt. Im Laufe des Tages meldete die Warenhauskette Carrefour, dass mittlerweile frische Lebensmittel, wie Gemüse und Obst, in den Lagern und Verteilzentren der Gruppe „verrotten“. Dies wäre „eine enorme Verschwendung“, so ein Sprecher von Carrefour. Das Lager, in dem Carrefour seine frischen Produkte vor dem Vertrieb lagert, ist bereits seit Sonntag von Maut-Gegnern blockiert. Das bedeutet aber auch, dass einige Filialen auch keine frischen Lebensmittel mehr in ihrer Auslage haben.

Schwieriger wird mittlerweile auch schon die Belieferung der Tankstellen mit Sprit. In den wallonischen Provinzen Hennegau und Lüttich haben inzwischen viele Tankstellen geschlossen, weil sie schlicht und einfach kein Benzin und keinen Dieselkraftstoff mehr in ihren Tanks haben. Befürchtet wird auch, dass an den Flughäfen der Kerosin-Vorrat zu Ende geht und dass Lieferungen nicht zeitig genug erfolgen. Das betrifft vor allem die Regionalflughäfen in Lüttich und Charleroi.

Polizei drängt Trucker zurück

Inzwischen haben Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) und der Gouverneur der Provinz Flämisch-Brabant die Aktionen verboten und die Polizei rückte aus, um dieses Verbot durchzusetzen. Die Androhung von Bußgeldern ließ die LKW-Fahrer weichen. 

Die wallonischen Trucker zeigen sich übrigens enttäuscht darüber, dass ihre flämischen Kollegen bei den Protesten gegen die LKW-Maut nicht mitmachen. In Flandern sieht man angesichts der wirtschaftlich negativen Folgen solcher Blockaden von einer Teilnahme ab.

Im Laufe des Tages beauftragte Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA - kl. Foto) die Bundespolizei offiziell damit, die Blockaden auch in Wallonien zu beenden. Jambon sprach bei einer Pressekonferenz in den Räumen des wallonischen Landesparlaments von „wilden Aktionen“, die sofort beendet werden müssten.

Jambon wies darauf hin, dass diese Aktionen derzeit keinen Sinn hätten, da sich der wallonische Sektor am 14. April mit den dortigen politisch Verantwortlichen in Sachen LKW-Maut an einen Tisch setzen würde.

Aurore Belot