Japaner in Brüssel: Großer Markt, nicht weiter!

Nach den Anschlägen vom 22. März sitz vor allem den japanischen Touristen in der belgischen Hauptstadt der Schreck im Nacken. Aus Japan kommen seit dem ohnehin nur noch wenige Besucher nach Brüssel, doch jetzt rät eines der größten japanischen Reiseveranstalter seinen Landsleuten dazu, ohne Reiseführer nur noch in der „sicheren Gegend“ um den Großen Markt zu bleiben.“

Die meisten japanischen Touristen besuchen Brüssel traditionell im Frühjahr, doch jetzt haben die Anschläge von 22. März hier für einen Kahlschlag gesorgt. Nur noch wenige Besucher kommen derzeit aus Japan hierher und die, die noch kommen, meiden auf Anraten ihrer Reiseveranstalter das Stadtzentrum.

Eines der japanischen Reisebüros verteilt sogar eine Straßenkarte, auf der eingezeichnet ist, wo es in Brüssel noch sicher ist (Foto oben). Und das ist offenbar nur noch die direkte Umgebung des Großen Marktes. Ohne Reisebegleitung sollten die Japaner am besten noch nicht mal zum Manneken Pïs oder zum Börsenplatz gehen.

Für die Brüsseler Stadtführer, die Gastronomie in der Hauptstadt, für die Geschäfte und Souvenirläden und nicht zuletzt auch für Galerien und Museen ist dies ein harter Schlag. Kristien Van Horebeek, eine Stadtführerin, die sich auf Touristen aus Japan spezialisiert hat, glaubt, dass man in Japan kein Risiko eingehen will, wie sie gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte: „Von uns als Stadtführer wird erwartet, dass wir alles mit den Reiseleitern besprechen und bewerten. Wir müssen uns strikt an die Richtlinien zur Freizeit der Touristen halten.“

Wichtiges Einkommen bricht weg

Für die Stadtführer, vor allem die, die sich auf Gäste aus Japan spezialisiert haben, ist die vorliegende Brüssel-Karte des Reiseveranstalters eine Katastrophe. Gerade jetzt im Frühjahr machen sie normalerweise von früh bis spät gute Geschäfte. Jetzt bricht ihnen der wichtigste Teil ihres Jahreseinkommens regelrecht weg.

Kristien Van Horebeek ist gleich zweimal betroffen. Außerhalb der touristischen Saison arbeitet sie in einem Fachgeschäft für Schokolade am Großen Markt: „Schon seit den Anschlägen von Paris stellen wir einen Besucherrückgang fest. Alle Geschäfte hier klagen, denn sogar die Brüsseler selbst kommen kaum noch ins Stadtzentrum. So etwas haben wir noch nie erlebt.“

Jetzt setzt der Brüsseler Fremdenverkehr auf die Rückkehr der japanischen Fluggesellschaft ANA nach Zaventem. ANA will ab dem 11. April wieder Flüge zwischen Tokyo und Brüssel anbieten. Vielleicht schneidet der auf Japaner spezialisierte Bereich im Sommer und im Herbst wieder besser ab, denn April und Mai haben die Stadtführer trotzdem schon abgeschrieben.