Französische Abgeordnete in Molenbeek

Die Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Frankreich haben in Zusammenhang mit ihrer Arbeit nach den Anschlägen von Paris vom 13. November 2015 die Brüsseler Gemeinde Molenbeek besucht. Dieser Stadtteil der belgischen Hauptstadt gilt als Brutstätte des radikalen Islam und von dort aus organisierten IS-Terroristen die Anschläge von Paris und auch von Brüssel.

Die französischen Abgeordneten trafen in Molenbeek mit der Bürgermeisterin der Gemeinde, Françoise Schepmans (Foto) und mit Vertretern der lokalen und der föderalen Polizei zusammen. Vor dem offiziellen Teil des Besuchs, der bereits am Donnerstag begann, legten die französischen Parlamentarier einen Kranz vor der Brüsseler U-Bahn-Station Maalbeek nieder, wo eine der insgesamt drei Bomben am 22. März explodiert waren.

Gemeinsam wollten sie sich dana&ch ein Bild von Molenbeek machen und sie sammelten Informationen darüber, wie man hier und andernorts in Brüssel gegen Radikalisierung und mutmaßliche Terroristen vorgeht. Dabei erfuhren sie zum Beispiel, dass die lokale Polizei dieses Stadtviertels Ende Januar um 50 zusätzliche Beamte aufgestockt wurde und dass die polizeilichen Kontrollen schärfer geworden seien. Die Franzosen stellten während ihrer Arbeit in Molenbeek auch fest, dass die internationalen Medien diesen Brüsseler Stadtteil deutlich überbewerten.

Nach den Treffen vereinbarten beide Seiten, nicht nur auf parlamentarischer Ebene in dieser Hinsicht zusammenarbeiten zu wollen, sondern auch auf lokaler Ebene, denn sowohl in der französischen, als auch in der belgischen Hauptstadt ist nach den beiden Anschlägen noch einiges aufzuarbeiten. Im Laufe des Freitags besuchte die französische Delegation auch noch die Brüsseler Vertretung von Europol und das belgische Organ für Analyse und Koordination von Bedrohungsszenarien OCAD.