Paris-Verdächtiger unter Vorbehalten freigelassen

Die belgische Justiz hat Abdeilah Chouaa, der in Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris am 13. November 2015 (Archivfoto) in Untersuchungshaft genommen worden war, unter strengen Vorbehalten auf freien Fuß gesetzt. Der Mann soll auch Salah Abdeslam gekannt haben.

Die Brüsseler Ratskammer hatte in dieser Woche beschlossen, die U-Haft für Abdeilah Chouaa, der seit dem 25. November 2015 in einer belgischen Zelle saß, nicht zu verlängern. Daraufhin wurde der Terrorverdächtige am Freitag unter strengen Auflagen freigelassen.

Der Mann, der früher am belgischen Nationalflughafen in Zaventem gearbeitet hatte, wurde im Zuge der Fahndung nach dem mutmaßlichen Terroristen Salah Abdeslam festgenommen.

Abdeslam, der sich bei den Attentaten in Paris nicht selbst in die Luft gesprengt hatte, konnte vier Monate lang im Brüsseler Stadtteil Molenbeek untertauchen. Bei seiner Flucht aus Paris hatte er auch versucht, Kontakt zu Abdeilah Chouaa aufzunehmen.

Chouaa fungierte offenbar als Fahrer für verschiedene Verdächtige vor und nach den Attentaten von Paris. So soll er Mohamed Abrini auf dessen Reise in die Türkei zum Brüsseler Flughafen gebracht haben.

Bei dieser Fahrt war auch Ahmed Dahmani dabei, der wegen des Verdachts der Teilnahme an den Pariser Anschlägen in der Türkei später festgenommen wurde. Chouaa war es auch, der Abrini bei dessen Rückkehr aus der Türkei an einem Flughafen in Paris abgeholt hatte.

Abdeilah Chouaa, Sohn eines Imams aus Molenbeek, hatte stets angegeben, mit den Attentaten nichts zu tun zu haben. Jetzt wurde er auf freien Fuß gesetzt, ein juristischer Schritt, gegen den die belgische Staatsanwaltschaft keine Beschwerde eingelegt hat.