Abrini gesteht: Bin "Mann mit Hut"

Mohamed Abrini hat während seiner Vernehmung gestanden, der so genannte „Mann mit Hut“ zu sein, der dritte Mann des Anschlags auf den Brüsseler Flughafen in Zaventem. Er war auf Videoaufnahmen vom Tatort mit einem Anglerhut in Begleitung der beiden Selbstmordattentäter zu sehen.

Am Samstagabend hat die belgische Bundesstaatsanwaltschaft bestätigt, dass Mohamed Abrini der dritte Mann beim Terroranschlag am Brüsseler Flughafen „Brussels Airport“ am 22. März war. Abrini legte ein umfassendes Geständnis ab, nachdem er mit den Ermittlungsresultaten konfrontiert worden war.

„Er erklärte, er habe die helle Jacke, die er im Flughafen trug, in einen Mülleimer geworfen. Den Anglerhut hat er später verkauft.“

Der „Mann mit Hut“ war auf Videoüberwachungsbildern vom Flughafen kurz vor dem Anschlag in Begleitung der beiden späteren Selbstmordattentäter zu sehen. Zu dritt liefen sie mit einem Gepäckwagen, auf dem Tragetaschen lagen, durch die Abflughalle. Abrini hinterließ sein Tasche, die – wie sich hinterher herausstellte – die größte Sprengstoffladung enthielt, die aber glücklicherweise erst explodierte, als die Halle schon evakuiert worden war.

Überzeugende Beweislage

Mohamed Abrini wurde am Freitagnachmittag am Albertplatz in der Brüsseler Stadtgemeinde Anderlecht verhaftet. „Fingerabdrücke und DNA von Abrini wurden nicht nur in der konspirativen Wohnung in der Max Roosstraat entdeckt, wo die Anschläge von Brüssel vorbereitet worden waren und wo die Ermittler Sprengstoff und einen Koffer mit Schrauben fanden. Von dort waren die Täter auch mit einem Taxi losgefahren. Auch in der Henri Bergéstraat, wo die Bombengürtel für die Pariser Anschläge hergestellt worden waren und in einem Renault Clio, der bei den Pariser Anschlägen eingesetzt worden war, wurden Spuren von Abrini entdeckt“, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

„Nach den Pariser Anschlägen wurde bereits nach Abrini gefahndet. Er wurde am 11. November 2015 in Begleitung von Salah Abdeslam gegen 19:00 Uhr an einer Autobahnraststätte Richtung Paris gesehen. Abrini und Abdeslam mieteten in Alfortville auch ein Hotelzimmer, wo sich kurz vor den Anschlägen einige der Selbstmordattentäter aufhielten.“

Mohamed Abrini ist ein mehrfach vorbestrafter marokkanischer Mann aus der Brüsseler Stadtgemeinde Sint-Jans-Molenbeek. Er verbüßte eine Gefängnisstrafe nach eine Überfall mit Waffengewalt. Sein Bruder Souleymane ist ein gefallener Syrienkämpfer. Mohamed war vergangenes Jahr in die Türkei gereist. Ob er auch in Syrien war, ist nicht bekannt.