"Soldaten in den Straßen, aber keine Helme mehr für die Einsätze"

Ab dem heutigen Montag werden in Brüssel weitere 300 Soldaten zum Schutz auf den Straßen und in den U-Bahnhaltestellen eingesetzt. Insgesamt sind zur Zeit 1.800 Armeekräfte zur Bewachung von besonders gefährdeten Gebäuden und Plätzen im Einsatz. Doch die Armeegewerkschaft kritisiert, dass die Armee langsam am Ende ihrer Kräfte sei, weil es an den nötigen Mitteln fehle.

Der Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever erklärte noch am Sonntag, dass er sich die Soldaten im Straßenbild gar nicht mehr wegdenken könne.

Die Gewerkschaft der Armee VSOA klagt jedoch über unhaltbare Zustände. Die Mittel gingen langsam aus, heißt es bei der Gewerkschaft. Die anderen Sodaten könnten deshalb nicht mehr genug trainieren, so der Vorsitzende der VSOA, Edwin Lauwereins, gegenüber dem VRT-Radio. Auch könnten die Ruhepausen kaum mehr eingehalten werden.

“Ich kenne Soldaten, die gerne an einem Einsatz teilnehmen würden, aber selbst keinen Helm mehr hierfür haben. Sie haben ihren an Kollegen abgeben müssen, die auf der Straße Wache schieben. Die kugelsicheren Westen leihen wir uns noch immer von den Amerikanern", so Lauwereins in der Zeitung Gazet van Antwerpen. "Auch diese müssen bei der Ablösung weitergegeben werden. Zeit, um sie einmal zu waschen, ist nie vorhanden."

51 von 69 U-Bahnhaltestellen offen

Inzwischen sind an diesem Montag, knapp drei Wochen nach dem Anschlag auf die U-Bahn in Maalbeek, 12 Metrohaltestellen in Brüssel wiedereröffnet worden.

Insgesamt sind 51 der 69 Stationen wieder bis 21 Uhr für Fahrgäste geöffnet. 

Letztes Wochenende hat der festgenommene Terrorverdächtige Mohammed Abrini ausgesagt, dass die Anschläge eigentlich für Frankreich geplant gewesen waren und nicht für Zaventem und Brüssel.

Wie die französische Zeitung Libération schreibt, sei, laut dem Terrorverdächtigen Abrini, die Fußball-Europameisterschaft in diesem Sommer in Frankreich das eigentliche Ziel der Terroristen gewesen. Diese Aussage ist jedoch noch nicht bestätigt worden.

Zaventem und Brüssel sind jedenfall erst zum Ziel ausgewählt geworden, nachdem der Terrorverdächtige Salah Abdeslam gefaßt wurde und die laufenden Ermittlungen die Terroristen unter Druck setzten.