Gewerkschaften schalten sich bei Beamtenpension ein

Die drei Beamtengewerkschaften wollen die Regierung in den nächsten Tagen um weitere Erklärungen zu den Maßnahmen bitten, die sie in Sachen Beamtenpension beschlossen hat. Die Gewerkschaften fühlen sich von der Regierung Michel betrogen.

Rentenminister Daniel Bacquelaine soll die Gewerkschaften noch vor zwei Wochen in dieser Hinsicht beruhigt haben. Heute stellte sich jedoch heraus, dass die Studienjahre der Beamte nicht mehr automatisch in die Rentenberechnungen mit einfließen. Auch die vorteilhaften Pensionsbrücken, bei denen Lehrer zum Beispiel schneller Pensionsrechte aufbauen können, werden schrittweise abgeschafft. 

Das sei Wortbruch, sagt Raf De Weerdt von der Lehrergewerkschaft ACOD.

"Die Menschen haben ihren Lehrberuf mit bestimmten Erwartungen begonnen und diese Erwartungen betreffen auch die Renten, die folgen. Viele Menschen haben zudem darauf vertraut und werden jetzt mit einer sehr ernsten Änderung konfrontiert. Das ist Wortbruch."

Lehrer verdienen in Belgien während ihrer aktiven Laufbahn im Vergleich zur Privatwirtschaft weniger, können als Ausgleich dafür aber mit einer relativ guten Rente rechnen. Auch deshalb sind viele Lehrer jetzt aufgebracht über die Entscheidung der Regierung. 

Die 3 Beamtengewerkschaften wollen auf jeden Fall Druck auf die Regierung ausüben. Konkret sollen alle Minister, die Beamte des Föderalstaates unter sich haben, um eine Erklärung gebeten werden. Am Mittwoch werden die Gewerkschaften mit einer Delegation im Kabinett des Rentenministers Bacqelaine vorstellig.

Bis Donnerstag - dann kommt der nationale Pensionsausschuss zusammen - soll der Minister mehr Klarheit über "schwere Berufe" bei der Regierung verschaffen. Luc Hamelinck von der Gewerkschaft für öffentlichen Dienste, ACV, betonte hierzu: "Man muss eindeutig sagen, welcher Teil als schwerer Beruf anerkannt wird und welcher nicht."

Und von dieser Antwort hängen mögliche weitere Aktionen der Gewerkschaften ab.