Weiterhin massive Behinderungen des Flugverkehrs

Auch am heutigen Mittwoch haben sich viele Fluglotsen der belgischen Flugsicherung Belgocontrol aus Protest gegen die neue Rentenregelung krank gemeldet. Die Aktionen führen weiterhin zu massiven Behinderungen im Flugverkehr hierzulande.

Derzeit können auf dem Flughafen von Zaventem nur 15 Flugzeuge pro Stunde aufsteigen und landen. Mindestens 50 Flugzeuge mussten an diesem Dienstagmorgen annulliert werden.

Die Krankmeldungen erfolgten, nachdem die Fluglotsen über die neuen Pensionsregelungen unterrichtet worden waren. Viele von ihnen hätten emotional darauf reagiert, erklärte Kurt Callaerts von der christlichen Luftfahrtgewerkschaft ACV Aviation. Sie hätten das Recht, sich auf eine spezielle Regelung zu berufen, sobald sie sich nicht fit fühlten, so Callaerts.

"Die Vorschrift sieht vor, dass die Fluglotsen aus Gründen des sicherheitskritischen Umfeldes, in dem sie arbeiten und der Verantwortung, die auf ihnen lastet, das Recht haben, ihrem Arbeitgeber, in diesem Fall Belgocontrol, zu melden, sobald sie sich nicht gut fühlen. Sie müssen also nicht einmal krank sein, wie man das häufig suggeriert."

Die liberale Gewerkschaft VSOA ermahnt unterdessen die Fluglotsen, sich nicht zu unrecht krank zu melden, fügt aber gleichzeitig hinzu, dass, wer nicht in der Lage sei zu arbeiten, auch nicht arbeiten dürfe.

Der Vorsitzende des Brüsseler Flughafens, Marc Descheemaeker, reagierte äußerst verärgert über die Aktionen. Der Imageschaden für den Flughafen ist groß.

Er will noch in dieser Woche den Vorstand einberufen. Der soll sich über eventuelle Maßnahmen gegen die Aktivisten beraten.