Schyns und Greoli ersetzen Milquet

Der Vorsitzende der französischsprachigen Christdemokraten CDH, Benoît Lutgen, nennt zwei Ministerinnen zur Nachfolge der französischsprachigen Ministerin Joëlle Milquet. Letztere hatte aus der wallonischen Regierung zurücktreten müssen. Sie wird jetzt durch Marie-Martine Schyns (Foto) und Alda Greoli ersetzt.

Milquet, die ehemalige Spitzenpolitikerin der CDH, trat zurück, weil sie wegen Verquickung von Interessen unter Verdacht steht. Dies erfolgte im Zuge einer gerichtlichen Untersuchung nach möglichen fiktiven Jobs in ihrem Kabinett, als sie noch Belgiens Innenministerin war. 

Sie wird verdächtigt, in ihrem Kabinett Mitarbeiter angeworben zu haben, um sie für ihre Wahlkampagne von 2014 einzusetzen. Ihre Befugnisse werden nun auf zwei neue Ministerinnen aufgeteilt. 

So wird Milquet als Unterrichtsministerin durch Marie-Martine Schyns ersetzt. Schyns hatte in der letzten Legislatur schon einmal diesen Posten belegt. Schyns ist derzeit Fraktionsführerin der CDH im Parlament der Föderation Wallonien-Brüssel, also der einstigen französischsprachigen Gemeinschaft.

Diese Ernennung ist deshalb wohl kaum überraschend. Dahingegen kommt die Ernennung Alda Greolis zur wallonischen Ministerin für Kultur unerwartet. Greoli war früher Nationalsekretärin der christlichen Krankenkasse und ist derzeit Kebinettschefin des wallonischen Vizeministerpräsidenten Maxime Prévot.

Überdies bekommt Greoli das Ressort Sport von Minister René Collin übertragen, der künftig nur noch seine regionalen Befugnisse behalten wird.

"Noch eine Ministerin mehr"

Die französischsprachige Oppositionspartei DéFi, die ehemalige FDF, kritisiert, dass die französischsprachige Regierung nun eine zusätzliche Ministerin zählt.

Bernard Clerfayt (DéFi), der Bürgermeister des Brüsseler Stadtteils Schaarbeek, ist der Meinung, dass es nicht gut sei, dass nun noch eine Ministerin hinzukomme. Es gebe schon genug Minister, findet er. 

Ende letzten Jahres hatte die französischsprachige Partei FDF ihren Namen in DéFi geändert. Das steht für Démocrate Fédéraliste Independant.