Kritik an Jambons Moslem-Polemik

An der Äußerung des Innenministers Jan Jambon von den flämischen Regionalisten N-VA, dass ein erheblicher Teil der Moslemgemeinschaft nach den Anschlägen vom 22. März getanzt habe, wird immer mehr Kritik laut.

Er hatte sich am Samstag in der Zeitung De Standaard in dieser Hinsicht geäußert. Justizminister Koen Geens von den flämischen Christdemokraten CD&V bedauerte die Äußerung Jambons zu Beginn des Beratungsausschusses zwischen der föderalen Regierung und den Teilregierungen und sagte, dass "in diesen schwierigen Zeiten zwar jeder das Recht habe, kleine Fehler zu machen", aber wir müssten jegliche Polarisierungen vermeiden. Jambon schade damit der Einheit des Landes. 

Die Vorsitzende der Grünen Groen, Meyrem Almaci, findet, dass Jambon konkrete Infomationen vorlegen oder eine Entschuldigung vortragen müsse.

"Der Innenminister ist für die Förderung des Zusammenlebens verantwortlich. Wenn er aber Dinge sagt, die das Gegenteil davon bewirken, dann muss er seine Behauptungen auch beweisen können. Ich habe kein Problem damit die Dinge beim Namen zu nennen. Ich bin sogar dafür, aber dann bitte mit Fakten. Das Problem der Radikalisierung gibt es, aber hier von einem "erheblichen Teil der Moslemgemeinschaft zu sprechen, stößt die Gmeinschaft von uns weg. Wenn man das nicht beweisen kann, verbannt man sie an den Rand der Gesellschaft."

Premierminister Charles Michel verteidigte Jambon am gestrigen Sonntagabend noch, indem er bestätigte, dass es derartige Unterstützungsbekundungen für die Täter der Anschläge gegeben habe. Der Brüsseler Ministerpräsident Rudi Vervoort sagt, dass er selbst von einem Fall wisse, bei dem 2 Personen direkt angezeigt worden seien.