Chemotherapie bei Brustkrebs ist oft unnötig

Offenbar bekommen hunderte Frauen in Belgien, die an Brustkrebs leiden, eine Chemotherapie, obschon dies eigentlich nicht notwendig ist. Standardmäßig verordnen behandelnde Ärzte hierzulande Chemo nach Operation und Bestrahlung, um Rückfälle zu vermeiden. Doch nach Studien einer Brüsseler Wissenschaftlerin ist dies nicht immer zwingend nötig.

Die belgische Wissenschaftlerin und Direktorin des medizinischen Bordet Instituts in Brüssel, Martine Piccart, stellte die Resultate ihrer entsprechenden Studie jetzt in New Orleans vor, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd dazu meldet.

„Chemo ist eine schwere toxische Behandlung mit vielen Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Müdigkeit oder Haarausfall. Deshalb wollen wir sicher sein, ob es wirklich immer nötig ist, Chemo zu geben. Aus unserer Studie ist ersichtlich, dass dies bei 14 % aller Patientinnen nicht notwendig ist.“, so Marine Piccart. Ein Gentest des Tumorgewebes zeigt an, wie aggressiv dieser Tumor ist und wie groß das Risiko einer erneuten Erkrankung.

Die Krebsfachärzte in New Orleans waren angesichts der Resultate der Brüsseler Studie verblüfft. Sie schlossen daraus, dass diese Ergebnisse nicht nur für die betroffenen Krebspatientinnen wichtig sind, sondern auch für das Gesundheitswesen im Allgemeinen.

Eine Chemotherapie kann monatelang oder auch jahrelang dauern, was die Kosten für Behandlung, ärztliche Konsultationen, medizinische Begleitung und auch für die Gesundheitsbehörden in die Höhe schnellen lässt. Jährlich wird in Belgien rund 10.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs gegeben.