Flandern fordert Gebühren für zu laute Züge

Die flämische Landesregierung will eine Gebühr für viel zu laute Züge einfordern. Vor allem Güterzüge sorgen mancherorts für Lärmbelästigung. Flandern wird die belgische Bundesregierung, die für die Erhebung dieser Art Steuern zuständig ist, darauf ansprechen, wie einige flämische Tageszeitungen dazu melden.

Insgesamt empfinden rund 68.000 Einwohner des belgischen Bundeslandes Flandern eine Lärmbelästigung durch zu laute Züge. Fast 20.000 unter diesem Personenkreis fühlt sich von Eisenbahnverkehr ernsthaft gestört und die Hälfte davon hat dadurch sogar Schlafprobleme.

Der geschätzte Kostenrahmen für Störungen durch Verkehrslärm beläuft sich alleine in Flandern auf 380 Mio. €. Rund 40 Mio. € betreffen dabei den Bahnverkehr. Dies ist aus einer Studie zu Lärmplänen ersichtlich, die Flanderns Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) im Auftrag der Europäischen Union erstellen ließ.

Die Ministerin sieht in ihrem Maßnahmenkatalog eine Steuer für zu laute Züge vor, die die verschiedenen in Belgien aktiven Eisenbahngesellschaften dazu ermuntern soll, sich rascher für leisere Züge, sprich Güterwaggons, zu entscheiden.

Viele internationale Güterzüge durchqueren täglich Flandern, z.B. auf dem Weg zu den Häfen von Zeebrugge und Antwerpen oder auch im Transitverkehr zwischen Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien.