Krayem auch an Pariser Anschlägen beteiligt?

Osama Krayem, der zweite Attentäter von Maalbeek, wird jetzt auch verdächtigt, an den Anschlägen von Paris beteiligt gewesen zu sein. Der in Belgien seit dem 8. April in U-Haft sitzende Syrer mit schwedischem Pass war über Griechenland und Deutschland aus Syrien eingereist. Jetzt entdeckten die Ermittler Spuren von ihm in allen Unterschlüpfen der Attentäter von Paris und von Brüssel.

Noch wird Osama Krayem lediglich der Mittäterschaft bei den Attentaten von Brüssel verdächtigt. Am 22. März starben 32 Menschen bei Selbstmordattentaten am Flughafen von Zaventem und in der U-Bahnstation Maalbeek, bei denen auch Hunderte zum Teil schwer verletzt wurden.

Doch jetzt fand die Spurensicherung Indizien dafür, dass sich der 23jährige in allen Safehouses aufgehalten haben soll, in denen die Attentäter von beiden Anschlägen vor ihren Taten Unterschlupf fanden.

Osama Krayem, auch unter dem Namen Naïm Al Ahmed aktiv, wurde nach Erkenntnissen der Ermittler am 3. Oktober 2015 von Salah Abdeslam an einer Notunterkunft für Flüchtlinge im deutschen Ulm angeholt - also noch vor den Attentaten von Paris am 13. November 2015. Das Fahrzeug der Verdächtigen war dort in eine Verkehrskontrolle geraten. Er soll über die griechische Insel Lesbos in Europa eingereist sein.

Formell haben ihn die belgischen Ermittler als den zweiten Mann beim Anschlag von Maalbeek identifiziert und auch als den Mann, der vorher im Brüsseler Einkaufszentrum City2 die Reisetaschen erwarb, in denen die Bomben transportiert und zur Explosion gebracht wurden.

Krayem, den die Brüsseler Polizei am 8. April gemeinsam mit Mohamed Abrini verhaften konnte, hat inzwischen gestanden, an den Anschlägen mitgewirkt zu haben. Er gab auch an, dass er von dem Vorhaben, sich selbst in die Luft zu sprengen, abgesehen hatte. Er sollte allerdings an einem anderen, bisher unbekannten Ort zuschlagen. Den Rucksack mit seiner Bombe habe er überdies weggeworfen…