Belgien muss wirtschaftliche Folgen der Anschläge abfedern

Am heutigen Freitag trifft sich die Regierungsspitze mit Arbeitgebern, um die Folgen der Anschläge abzufedern. Insbesondere das Kaffee-, Hotel- und Gaststättengewerbe in Brüssel leidet schwer unter dem Ausbleiben von Touristen.

Hotels und Restaurants dürfen deshalb ihr Personal ohne Umstände vorübergehend entlassen, sagte Arbeitsminister Kris Peeters (kleines Foto) gegenüber der VRT.

"Wir werden hier den Vorschlag machen, um Unternehmen, deren Personal nicht beschäftigt werden kann, bis Juli die Möglichkeit zu geben, Arbeitslosenunterstützung zu beziehen."

Weiter erklärte Peeters: "Damit verschaffen wir den Arbeitgebern etwas Spielraum. Sie müssen die Löhne nicht bezahlen und auf diese Weise versuchen wir vor allem die Betriebe in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, so dass sie diese Periode überbrücken können."

Aurore Belot

Arbeitgeberverband VBO: "Man kann sich auch anders organisieren!"

Der Chef des belgischen Arbeitgeberverbandes VBO, Pieter Timmermans, befürchtet, dass die Anschläge Belgiens Wirtschaft rund eine Milliarde Euro kosten werden. Gleichzeitig hofft er, dass der Schaden begrenzt werden kann.

"Wij schätzen doch, dass der wirtschaftliche Schaden 0,1 - 0,2 Prozent Verlust des BIP-Wachstums ausmachen wird. Doch noch einmal sei gesagt, dass wir andererseits auch eine sehr manövrierfähige Wirtschaft haben. Das Ganze kann auch sehr schnell umschlagen", so Timmermans.

"Wir sind größtenteils eine Dienstleistungswirtschaft. Das heißt, man kann sich auch anders organisieren, zum Beispiel kann man mit Videokonferenzen, Telearbeit und ähnlichem arbeiten und damit doch noch das Business weiterlaufen lassen. Dass das Ganze jedoch Auswirkungen haben wird, kann nicht bestritten werden."