Die Bahn fährt wieder bis zum Flughafen

Genau einen Monat nach den Anschlägen am Flughafen von Zaventem und in der U-Bahn Maalbeek fahren an diesem Freitagmittag wieder Züge von und zum Flughafen. Dort haben die Gepäckabfertiger ihren Unmut über die Verdächtigungen geäußert, dass unter ihnen radikalisierte Moslems seien.
Jonas Hamers / ImageGlobe

Den sozialistischen Gewerkschaften zufolge würden alle Arbeitnehmer mit einem unbefristeten Vertrag steng kontrolliert, allerdings arbeiteten auch viele Menschen mit Zeitarbeitsverträgen dort. Sandra Langenus von der sozialistischen Gewerkschaft betonte in der VRT: "Ich weiß nicht, ob unter den Gepäckabfertigern radikalisierte Arbeitnehmer sind. In jedem Fall werden alle Gepäckabfertiger mit unbesfristeten Verträgen sehr gut durchleuchtet. Es erscheint mir absolut unmöglich, dass solchle Leute darunter sind."

"Andernfalls ist es die Aufgabe der Regierung, die dort herauszufischen. Solange wir weiterhin mit solch einer großen Flexibilität auf dem Flughafen arbeiten und jeden Tag Zeitarbeitsverträge organisieren müssen, nehme ich an, dass die Leute mit befristeten Verträgen weniger gründlich durchleuchtet werden können und mit vorübergehenden Zugangsausweisen arbeiten."

Daran müsse vielleicht etwas verändert werden, findet die Gewerkschafterin.

Die Gewerkschaft ist also selbst fragende Partei für mehr Sicherheit. Die sozialistische Transportgewerkschaft hat nun dennoch einen öffentlichen Brief an die Minister Polizeigewerkschaften und Passagiere verfasst. Sie will, dass die Verdächtigungen, die immer wieder, auch über die Medien, in Bezug auf die Gepäckabfertiger des Flughafens in Zaventem geäußert werden, aufhören.

"Hört auf mit den Stigmatisierungen!"

Roger Collin, der Gruppenleiter für Gepäckladungen, sagte in der VRT: "Ich arbeite hier mit 33 Nationalitäten. Ich versuche als Gewerkschafter täglich, den Menschen ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu vermitteln. Und das gelingt mir auch. Doch die Politik sollte endlich einmal aufhören, zu stigmatisieren. Bei ihnen sind es entweder die Marokkaner oder die Wallonen oder andere Menschen. Hört auf damit! Wir sind eine Gruppe, eine Familie!"