Ist die Jugend heute zu faul, um kriminell zu sein?

Seit einigen Jahren geht in Belgien die Jugendkriminalität merklich zurück. Vergangenes Jahr sank die entsprechende Statistik zum fünften Mal in Folge. Fachleute und Juristen haben dabei eine eigene Ansicht darüber, was diesen Rückgang erklärbar machen könnte.

Im Zeitraum 2010 bis 2015 nahm die Zahl der durch Jugendliche begangenen Straftaten in Belgien um 30 % ab. Vergangenes Jahr wiesen die Statistiken der Staatsanwaltschaften „nur noch“ 57.000 solcher Delikte auf. Vor fünf Jahren standen rund 83.000 Jugendliche nach Straftaren vor dem Richter.

Doch die Staatsanwälte, die Jugendrichter und die Sozialhelfer in unserem Land gehen nicht unbedingt davon aus, dass die Jugend heutzutage einsichtiger oder gar geworden ist. Hier glaubt man eher, dass die Jugend schlichtweg zu faul ist, Straftaten zu begehen.

In einer Zeit, in der die meisten Jugendlichen zuhause vor ihren Computern sitzen oder mit Smartphones oder Tablets ihre Zeit verbringen, sind viel weniger von ihnen draußen, an der frischen Luft zu finden.

Dementsprechend hat sich auch das Ausgehverhalten „der Jugend von heute“ verändert. Auch abends und nachts sind sie viel seltener Unterwegs und dadurch fehlen natürlich auch der „Anreiz“ und die Gelegenheiten, Straftaten zu begehen.