Panama Papers: Weitere belgische Banken genannt

Die Bank-Gruppe Fortis, die die Finanzkrise 2008 nur über eine Milliardenhilfe aus Steuergeldern und eine Staatsgarantie überleben konnte, hatte bis dahin tausenden belgischen Kunden zu Konten über Scheinfirmen in Steuerparadiesen verholfen, wie aus den Recherchen zu den so genannten Panama Papers hervorging. Die an diesen Recherchen beteiligten belgischen Medien berichten weiter, dass auch die Allfinanzgruppe KBC und die Bank Degroof in den Panama Papers auftauchen.
BELGA/VAN ACCOM

An den Recherchen zu den Panama Papers, die nach einem Leck beim panamaischen Anwaltsbüro Mossack Fonseca ans Tageslicht gekommen waren, waren die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd, die flämischen Magazine Knack und MO* sowie die frankophone Tageszeitung De Morgen beteiligt.

Diese melden jetzt, dass auch die belgischen Banken Fortis, KBC und Degroof tausenden ihrer Kunden dabei geholfen haben, Kapital an den hiesigen Steuerbehörden vorbei, im Ausland anzulegen.

Wohlhabende Kunden aus aller Welt haben sich bis 2008 an die Fortis-Bank wenden können, um über Scheinfirmen und Offshore-Gesellschaften auf den britischen Jungfraueninseln, auf den Seychellen oder die Mini-Insel Niue Konten zu eröffnen. Die Intertrust NV, die sich 2009 aus der Fortis-Gruppe losgelöst hatte, gab nach der entsprechenden Berichterstattung von Knack, De Tijd, MO* und Le Soir zu, dass man damals im Auftrag von Fortis solche Scheinstrukturen verwalten musste.

Allerdings, so hieß es dazu, sei dies seinerzeit legal gewesen. Nach der Trennung von Fortis habe man sich aber von 98 % dieser Kundschaft getrennt, denn „sie stimmten nicht mehr mit den höheren Normen, wie wir danach erreichen wollten, überein.“

Dexia, KBC und Bank Degroof

Bekannt ist inzwischen, dass neben Fortis auch Dexia in den Panama Papers auftaucht. Jetzt wurde bekannt, dass auch die Finanzgruppe KBC und die Bank Degroof darin vorkommen. Bei der KBC handelt es sich um die KBL European Private Bankers, die Offshore-Strukturen von der Schweiz, von Monaco und von Großbritannien aus regelte. Bei KBC hießt es dazu, dass man „heute eine sehr deutliche Politik“ anwende und nicht in die Gründung von Scheinfirmen verwickelt sei.

Bei der Analyse der Panama Papers entdeckten die belgischen Journalisten auch Emails eines Mitarbeiters der Bank Degroof, in denen es um Scheinfirmen in Panama, auf den Jungferninseln, auf Niue und auf den Bahamas geht. Bank Degroof gibt dazu an, dass „stets allgemeine Politik war, Beratung und Dienstleistung im Rahmen der lokalen, europäischen und internationalen Gesetzgebung anzubieten.“