Reaktorsicherheit: "Wir stehen dafür grade!"

Jan Bens (Foto), der Generaldirektor der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC, ist der Ansicht, dass die ausländische Kritik zur Sicherheit der hiesigen Atomkraftwerke unberechtigt ist. In der sonntäglichen VRT-TV-Talkshow „De zevende dag“ gab er zu verstehen, dass man die Sicherheit der Reaktorummantelung der umstrittenen Meiler Doel 3 und Tihange 2 während drei Jahren geprüft habe. Deutschlands Botschafter in Brüssel, Rüdiger Lüdeking, blieb in der Sendung bei der Forderung seines Landes.

„Wir haben drei Jahre lang untersucht, ob die Reaktorbehälter Unfallsituationen standhalten. Die Ergebnisse sind eindeutig.“, so der Direktor der Bundesagentur für Nuklearkontrolle (FANC), Jan Bens am Sonntagmittag gegenüber der VRT. Damit wiederspricht Bens den Sorgen im In- und Ausland zur Sicherheit dieser umstrittenen Meiler, deren Ummantelung tausende Haarrisse vorweisen.

Seit einigen Tagen bitten die Regierungen aus Deutschland und Luxemburg Belgien, die beiden Anlagen zumindest so lange abzuschalten, wie Fragen zu deren Sicherheit offen bleiben.

FANC-Generaldirektor Bens sagte bei „De zevende dag“, es sei normal, dass Industrieanlagen auch einmal ausfallen. Da Belgien über insgesamt sieben Atommeiler verfüge, sei es auch normal, dass Zwischenfälle in die Schlagzeilen geraten: „Es liegen aber keine technischen Gründe zur Sorge vor.“

Bens erinnerte daran, dass man während drei Jahren gemeinsam mit Experten aus dem In- und Ausland gearbeitet habe. Die entsprechenden Studien wurden zudem Fachleuten aus den 28 EU-Mitgliedsstaaten vorgelegt. Mehr Tests, wie sie z.B. Deutschland fordert, würden am Ergebnis nichts ändern: „Die Schlussfolgerungen sind eindeutig und halten Stand. Mehr Test würden höchstens den Stand der Kenntnis erhöhen. Wir haben auf alle Fragen antworten können und es wurde nichts angemerkt, was wir selbst nicht schon beachtet haben. Wir stehen gerade dafür.“

Deutschlands Botschafter bleibt kritisch

Neben FANC-Generaldirektor Jan Bens war auch Deutschland Botschafter in Belgien, Rüdiger Lüdeking, zu Gast in der Talkshow „De zevende dag“.

Lüdeking blieb kritisch und wiederholte die Forderungen von Deutschlands Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), dass die Anlagen weiter getestet werden müssen und dass sie dazu stillgelegt werden sollten: „Es muss zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden. Das ist die einzige Möglichkeit, um sicher zu sein. Seit Fukushima wissen wir, dass Reaktorbehälter die erste Verteidigungslinie bei atomaren Katastrophen sind.“

„Unabhängige deutsche Experten haben einen neuen Bericht vorgelegt und dieser wurden der Umweltministerin vorgestellt. Auf Basis der Beschlüsse dieses Berichts hat die Ministerin darum gebeten, die Zentralen stillzulegen.“, so der Botschafter abschließend.