Zu wenig Personal zur Überwachung der Abdeslam-Brüder

Das Comité P, das die Polizei kontrolliert, sagt, dass die Brüsseler Polizei zu wenig mit den Informationen über die Brüder Abdeslam angefangen habe. Ihre Akte wurde abgelegt, weil die Polizei nicht genügend Personal hatte.

Die beiden Brüder wurden Anfang 2015 von der Polizei verhört, weil Informationen vorlagen, dass sie dabei seien, sich zu radikalisieren und dass sie nach Syrien aufbrechen wollten.

Nach dem Verhör wurden sie wieder freigelassen. Die Staatsanwaltschaft hatte angeordnet, ihre Telefone zu überwachen, doch das sei nicht erfolgt, heißt es.

Die Akte der beiden Brüder, die als dringend eingestuft wurde, ist am 21. April 2015 ohne Weiterverfolgung geschlossen worden. Die verschiedenen Polizeidienste erklärten, dass sie nicht in der Lage gewesen seien, genügend Beamte einzusetzen, die den Fall der beiden Verdächtigen hätten weiterverfolgen können.

"Ordnung in der Hauptstadt schaffen"

Der sozialistische Parlamentsabgeordnete Hans Bonte (SP.A) sieht darin einen Beweis, dass dringend eingegriffen werden müsse. "Der Bericht ist eine Darstellung der Tatsache, dass man zu wenig Menschen hat, um Fälle zu bearbeiten."

"Wir müssen in der Hauptstadt echt Ordnung schaffen, wenn wir etwas zur Sicherheit in unserem Land tun wollen."

Peter De Roover von den flämischen Regionalisten N-VA findet, dass es noch zu früh sei, um Schlußfolgerungen zu ziehen. Die Polizei müsse sich erst verteidigen können, meint er. "Es ist ein vorläufiger Bericht. Das Comité P hat mehrere Feststellungen gemacht, aber jetzt wüsste ich auch gerne - bevor wir eventuell tatsächlich zu Maßnahmen übergehen können -,  wie die Polizei selbst darauf reagiert."