Anti-Terror-Ermittler bitten um Versetzung

Bei der Anti-Terroreinheit der belgischen Bundespolizei haben gleich mehrere Ermittler um Versetzung gebeten. Sie kritisieren damit sowohl die Tatsache, dass sie über zu wenig Personal und Mittel verfügen, um ihre Arbeit zu verrichten, als auch über die stetige Kritik, der sie besonders seit den Anschlägen von Paris und Brüssel standhalten müssen.

Bei der Anti-Terroreinheit der belgischen Bundespolizei arbeiten derzeit 142 Ermittler. Doch in diesen Tagen haben gleich mehrere der Anti-Terror-Ermittler um Versetzung gebeten. Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws ist dies auch eine Folge der Kritik, der sich die Ermittler seit den Anschlägen von Paris und Brüssel ausgesetzt sehen.

Aus einem am Dienstag öffentliche gewordenen Bericht des Komitee P, das die Arbeit der belgischen Ermittlungs- und Polizeidienste beaufsichtigt und kontrolliert, haben sich die Anti-Terror-Ermittler nicht ausreichend um die Überwachung der Terroristenbrüder Salah und Ibrahim Abdeslam gekümmert. Nach Angaben von Vincent Houssin (kl. Foto) von der Polizeigewerkschaft VSOA, liegt gerade auch dies daran, dass die Anti-Terroreinheit der Bundespolizei über zu wenig Personal und Mittel verfügt, wie er gegenüber der VRT erwähnte:

„Knapp 20 Ermittler wollen weg. Sie beschweren sich nicht über die Ermittlungen, die ihnen auf der Leber liegen, sondern über den ständige Druck, dem sie ausgesetzt sind. Diese Leute setzen sich zu 200 % ein, Tag und Nacht. Einige schlafen selbst an ihrem Arbeitsplatz, um Zeig gewinnen zu können. Und dann müssen sie feststellen, dass sie sich zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wieder bei einer Kontrollbehörde verantworten müssen. Solche Verhöre dauern manchmal stundenlang, obschon es gerade jetzt anderes zu tun gibt.“

Demotiviert

Viele der Anti-Terror-Ermittler sind in diesen Tagen deutlich demotiviert und zwar, weil die Kritik an ihrer Arbeit stets von außen kommt, sprich aus dem Parlament und von den Kontrolldiensten. Nach Angaben von Polizeigewerkschaftler Vincent Houssin müssen sie aus diesen Kreisen vernehmen, dass man dort alles besser wissen will und dass dort nach den Anschlägen viel zu leicht Schlussfolgerungen gezogen würden.