Ab 2017 Jod-Tabletten für alle Belgier

Ab nächstem Jahr muss jeder Belgier über Jod-Tabletten verfügen können, um sich im Falle eines Atomunfalls schützen zu können. Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) will dies in die Wege leiten, doch ein definitiver Beschluss liegt noch aus. Aus dem Kabinett von Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) verlautete dazu, dass dies im Rahmen der Gespräche zu einem Notfallplan bei Strahlenunfällen im Juni und Juli auf der Tagesordnung steht.

Aktuell erhält jeder, der im Umkreis von 20 km um eine Nuklearanlage wohnt (Kernkraftwerk, Versuchsanstalt…) in Belgien Jod-Tabletten. Diese Tabletten sollen die Schilddrüsen gegen radioaktives Jod schützen, wenn dies bei einem Strahlenunfall freigesetzt wird. Andernfalls besteht großes Risiko auf Erkrankung an Schilddrüsenkrebs.

Der Hohe Gesundheitsrat in Belgien ist allerdings der Ansicht, dass ein Umkreis von 20 km zu klein ist. Der Rat rät der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC und dem Bundesgesundheitsministerium bereits seit längerem, diesen Radios auf 100 km zu erweitern.

Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (kl. Foto) will sich diesen Rat zu Herzen nehmen und gab im parlamentarischen Gesundheitsausschuss zu verstehen, dass angesichts der Standorte von Atomkraftwerken im eigenen Land und in den Nachbarländern „kein einziger Quadratzentimeter“ nicht von Strahlung erfasst würde: „Konform zu den Ratschlägen des Hohen Gesundheitsrates soll die Vorabverteilung (von Jod-Tabletten (A.d.R.)) auf einen Umkreis von 100 km ausgeweitet werden, also auf das ganze Land.“

James Arthur Photography

Apotheken

Im Falle der Ergreifung dieser Maßnahme werden Jod-Tabletten zu Apotheken im ganzen Land gebracht. Im Notfall soll sich jeder Bürger dann zu der nächsten Apotheke in seiner Umgebung seiner Wohnung begeben, um sich mit diesen Pillen einzudecken. Dies ist schon jetzt der Fall im 20 km-Radius um nukleare Anlagen herum. Kinder, Jugendliche, schwangere Frauen oder stillende Mütter haben in diesem Fall Vorrang, wie die Gesundheitsministerin dazu in Erinnerung rief.