Hendricks kritisiert belgische Atompolitik

Deutschlands Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat die Entscheidung Belgiens kritisiert, die umstrittenen Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3 (Foto) trotz deutscher Bedenken weiterlaufen zu lassen. „Ich bedaure sehr, dass dieser dringenden Bitte von der belgischen Seite bislang nicht entsprochen wurde“, sagte Hendricks im deutschen Bundestag.

Sie erwarte, dass die Belgien die Sorgen der Menschen in Grenzgebieten ernst nähme und für höchstmögliche Sicherheit sorge.

Hendricks hatte die belgische Regierung bisher erfolglos aufgefordert, die Reaktoren bis zur Klärung von Sicherheitsfragen vom Netz zu nehmen. Deutsche Experten sind wegen Tausender feiner Risse in den Druckbehältern nicht überzeugt, dass die Meiler auch bei Störfällen sicher wären.

Das rund 70 Kilometer von Aachen entfernte AKW Tihange und die Anlage Doel bei Antwerpen sind immer wieder störanfällig.

Vergangene Woche hatte Belgien die deutschen Bedenken mit der Ankündigung verstärkt, im nächsten Jahr vorsorglich Jod-Tabletten zum Schutz vor radioaktiver Strahlung an die Bevölkerung auszuteilen. Der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer wertete das als Zeichen dafür, welche Zweifel auch Brüssel an der Sicherheit der Anlagen habe. Die richtige Antwort sei aber Abschalten, nicht Tabletten zu verteilen.