"Wegfall der Soko Kunst ist eine Katastrophe"

Die belgische Kunstwelt ist erschüttert. Die Bundespolizei kündigte an, das so genannte Art Research Team aufzulösen. Diese Sonderkommission der Polizei ermittelt in Fällen von Kunstraub oder Fälschungen und dies auch im Bereich Antiquitäten. Jetzt schrieben gleich drei Organisationen aus den Bereichen Kunst und Antikes einen offenen Brief an Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA).

Vor zwei Wochen sagte Senator Jean-Jacques De Gucht von den flämischen Liberalen Open VLD zu diesem Thema, dass er sich Sorgen mache, seit bekannt wurde, dass die Bundespolizei die Soko Kunst auflösen wolle: „Gerade jetzt, wo sich unsere Nachbarländer auf eine verstärkte Art und Weise gegen Kunstdiebstahl, Fälschungen und Hehlerei von Kunst und Antiquitäten organisieren, ist dies ein schlechtes Signal und auch für das hiesige Kulturerbe. Sowohl unsere Museen, als auch Privatleute sind Opfer dieser Art der Kriminalität.“

Dem schließen sich jetzt auch die betroffenen Sektoren an, in dem sie einen offenen Brief an Innenminister Jambon schickten, der u.a. in den flämischen Tageszeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad zu lesen ist. Darin heißt es von Seiten des Königlichen Instituts für Kunstpatrimonium, des flämischen Museumsverbandes Icom und der Königlichen Kammer der Antiquitätenhändler: „Der Wegfall des Art Research Teams bedeutet eine Katastrophe für unser Land.“

Man habe Verständnis für die Lage, in der sich die Polizei und das Innenministerium nach den Anschlägen auf unser Land befinden würde, doch gerade in den Bereichen Kunst und Antikes brauche es Menschen, die im Falle von Diebstählen oder Fälschungen wissen, worum es geht und man müsse die richtigen Kontakte haben, was die Leute von der Soko Kunst hätten.

"Genug Beamte, die Fälle lösen können"

Aus dem Innenministerium in Brüssel verlautete dazu, dass alle Fälle von Kunstraub weiter untersucht würden: „Ein Kunstdiebstahl ist aus operationeller Sichtweise noch immer ein Diebstahl. Wir haben ausreichend Beamte, die so etwas zu einem Ende bringen können.“ Die belgische Bundespolizei müsse sich umstellen, um ihre Struktur zu optimieren und darin sei „kein Platz mehr für eine aparte Kommission für Kunstfälle.“